100 • Nikolaus Ley (1797 – 1812), geb. 26.2. 1759 in Mayschoß, geweiht 7.2. 1759, gest. 1833 in Iversheim • Johann Peter Lersch (1812 – 1832), geb. 26.10. 1755 in Müsch, geweiht 23.9. 1780 in Köln, 1780 Frühmesser in Hoffeld (Barweiler), 1798 Vikar in Reifferscheidt, 1800 Vikar in Kreuzberg, gest. 11.4. 1832 in Kirchsahr147 • Hubert Metzen (24.10. 1832148 – 1852), geb. 9.5. 1802 in Hümmel, geweiht 4.4. 1829 in Trier, 1829 Vikar in Kreuzberg, gest. 15.7. 1853 in Kirchsahr • Ferdinand Gielsdorf (24.4. 1855 – 1884), geb. 4.4. 1825 in Niederich, geweiht 30.8. 1851 in Trier, 1851 Kaplan in Hönningen/Rh., gest. 29.9. 1884 Nach dem Tod von Pfarrer Ferdinand Gielsdorf blieb die Stelle von 1884 bis 1901 unbesetzt. Die katholische Kirche hatte das Misstrauen des preußischen Staates erregt, nachdem das Erste Vatikanische Konzil (Dezember 1867 – September 1870) zum Kampf gegen den schon 1864 von Papst Leo IX. als Irrlehre charakterisierten Liberalismus aufgerufen und das Unfehlbarkeitsdogma verkündet hatte. Zugleich hatte der Katholizismus in der 1870 gegründeten Zentrumspartei seit der Reichsgründung von 1871 eine starke politische Vertretung auf Reichsebene gefunden. 1878 stellte das Zentrum bereits die größte Reichstagsfraktion. Vor allem der preußische Ministerpräsident und erste deutsche Reichskanzler, Otto von Bismarck, empfand den dadurch gebotenen Einfluss der römischen Kurie über den katholischen Volksteil als untragbar. Zunächst wurden die katholischen Geistlichen aus den Schulinspektionen verdrängt, dann folgte 1871 der Kanzelparagraph. Er verbot den Geistlichen, sich im Amt kritisch zu staatlichen Angelegenheiten zu äußern. 1872 wurde der Jesuitenorden verboten und 1873 griffen schließlich die preußischen Maigesetze in die Priesterausbildung ein, stellten Seminare und Konvikte unter Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen, seit 1865 Graf, seit 1871 Fürst, seit 1890 Herzog von Lauenburg, geb. 1.4. 1815 in Schönhausen, gest. 30. Juli 1898 in Friedrichsruh bei Hamburg, unter anderem: 1862 – 1890 Ministerpräsident und Außenminister von Preußen, 1867 – 1871 Kanzler des Norddeutschen Bundes, 1871–1890 Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs, 1880 – 1890 preußischer Handelsminister, 1891 – 1893 Mitglied des Reichstags Foto 1873 Evert A. Duyckinck, A Portrait Gallery of Eminent Men and Women of Europe and America, with Biographies. New York 1873. Die Konzilsbeschlüsse von 1867/1870 waren selbst innerhalb der katholischen Kirche nicht unumstrittenen. Sie stießen vor allem an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Bonn auf Ablehnung. Die Kritiker sagten sich von Rom los und fanden als Altkatholiken die Anerkennung des preußischen Staates.
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