Enges Tal und weite Welt

106 Schulen und den Katechismusunterricht in der Diaspora unterstützte seit 1891 auch der Schutzengel-Verein. Die Ausbildung von Priestern förderte das 1928 gegründete Eucharius-Werk. Die Missionsarbeit in den deutschen Kolonien unterstützten der Missions-Verein (seit 1922 Päpstliches Werk der Glaubensverbreitung), der Kindheit-Jesu-Verein und das Werk der Heiligen Kindheit. Die katholische Sozialarbeit unterstützte der 1897 gegründete Caritas-Verein, die katholische Familienpolitik fördertete das Familienwerk Monika.162 Das Dritte Reich schränkte die Arbeit dieser Vereine zunehmend ein und ließ sie schließlich ganz zum Erliegen kommen. Innere Missionen erlebte die Pfarre 1763 und 1775 durch Jesuiten aus Münstereifel. Die Missionen von 1859 und 1912 erfolgten zusammen mit der Pfarre Lind durch Patres aus Marienstatt.163 Eine weitere Mission erlebte die Pfarre im Mai 1921.164 Das Holzkreuz an der Südseite des Kirchenschiffs erinnert an die Mission von 1959. Stiftungen In Stiftungen wurden, oft testamentarisch verfügt, Immobilien und/oder Kapitalien eingebracht. Die Erträge dienten der Erfüllung des vom Stifter vorgegebenen geistlichen oder sozialen Zwecks. Die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen wurden verpachtet, die Kapitalien zu einem moderaten Zins ausgegeben. Wochenmeßstiftungen ermöglichten auch an Werktagen die regelmäßige Teilnahme an Gottesdiensten, Seelenmessen wurden als Hilfe für die Läuterung der Verstorbenen verstanden, Jahrgedächtnisse bezogen sie in das spirituelle Leben der Gemeinde ein und halfen, das Andenken an ihnen wachzuhalten. Armenstiftungen folgten dem Gebot der Nächstenliebe, sicherten das Existenzminimum und hielten damit geistliche und soziale Gemeinschaft annähernd in Deckung. Die älteste bekannte Stiftung wird 1684 genannt. Michael von Obliers hatte damals ein Kapital von 100 Gulden für ein Jahrgedächtnis bereitgestellt.165 Die Stiftung einer Singmesse und von zwei Lesemessen ging nach dem Visitationsprotokoll von 1743 auf Sophia Obliers zurück. Simon Assenmacher verfügte 1760 die mit 67 Reichstalern ausgestattete Stiftung einer Frühmesse (Primissariat). Sie stattete eine eigene Pfründe aus, mit der neben der Seelsorgertätigkeit des Pfarrers die regelmäßige Lesung einer Messe vor Beginn des Arbeitstags sichergestellt wurde. Für die Feier von Messen bestimmt waren auch die Stiftungen der Pfarrer Anton Cranenbach (1727), Johann Meller (1750)166, Johann Cremer (1788), Johann Peter Lersch (1821), Hubert Metzen (1853), Ferdinand Gielsdorf (1884) und Peter Alois Rulof (1903) sowie des Kanonikers und Dekans in Münstereifel, Edmund Schenkartz (1795). Für die Unterstützung der Armen sorgte 1727 eine Stiftung, die 1 Malter Roggen für eine Brotspende bereitstellte. Für den gleichen Zweck wurde dem Zehnten nochmals ein halber Malter Roggen entnommen.167 1743 wurde das für die Armenstiftung bereitstehende Kapital auf 35 Kölner Gulden beziffert. In der Pfarrgemeinde galten damals 30 Familien als sehr arm.

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