Enges Tal und weite Welt

108 und dienten seither mehr der statistischen Erfassung von Personen und Kirchenausstattungen. Mit der Visitation vor Ort war der jeweilige Dechant betraut. Neben dem Pfarrer wurden meist auch der Küster, die Kirchenmeister und soweit noch vorhanden die aus älterer Zeit verbliebenen, jetzt aber eher als Gemeindevertreter fungierenden Sendschöffen zur Befragung herangezogen. Schon das erste für Kirchsahr überlieferte Visitationsprotokoll von 1684 stellte aber fest, dass von den ehemaligen Sendschöffen nur noch einer (Jacob Weinen) lebte, andererseits sind noch für das Jahr 1687 Urteile des Sendgerichts in Kirchsahr bezeugt. Grundlage der Visitation bildete ein vorgefertigter, später sogar gedruckter Fragebogen. Das ausgefüllte Formular ging anschließend an den Generalvikar in Köln. Die bei der Visitation festgestellten Mängel wurden in einem Rezess zusammengestellt und nach Ablauf einer angemessenen Frist nochmals überprüft.170 Für Kirchsahr sind Visitationen in den Jahren 1665, 1684, 1726, 1733, 1743, 1762 und 1816 belegt171, aber nicht in allen Fällen durch ein Protokoll dokumentiert. Für 1665 ist nur der Hinweis des Dechanten am Ende eines anderen Protokolls überliefert, sich von Meckenheim aus auf den Weg nach Kirchsahr zu machen. Die Pfarrkirche St. Martin172 Das Kirchengebäude Der heutige Kirchenbau trat 1729/1730 an die Stelle des bereits 1680 von Pastor und Schöffen als baufällig bezeichneten Vorgängerbaus. 1677 hatte ein Feuer großen Schaden angerichtet.173 Die Klagen über den schlechten baulichen Zustand wiederholten sich 1724174 und ebenso in den Visitationsprotokollen von 1684 und 1726. 1724 Kirchsahr (Postkarte Anfang 20. Jh.) Pfarrarchiv Kirchsahr, Nr. 43.

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