11 Einleitung „sein in solchen rauwen Ortt nuhr allein 4 oder 5 arme Baurs-Leuth“ So beschrieb der Dekan des Stifts Münstereifel 1602 in einer Eingabe an die landesherrliche Regierung in Bonn die Zustände im Sahrbachtal.1 Die oberste Verwaltungsbehörde des Erzstifts Köln, der kurfürstliche Hofrat in Bonn, hatte wenige Jahre zuvor eine Landesvermessung angeordnet, die als Grundlage für eine neue, natürlich höhere Steuer dienen sollte. Als sechs Jahrzehnte später eine zweite Steuererhöhung drohte, baten die Kirchsahrer Bauern um Belassung des alten Steuersatzes, denn es erschien ihnen „schier unmoglich von solchen Gütern die Lebensmittel undt große Auslagen zu erwerben.“2 Unterstützung fand die Gemeinde beim Dekan, der die Ländereien als „trucken und zwischen Holzschnittkarte der Eifel aus der zweiten, 1550 erschienenen Ausgabe der Cosmographia von Sebastian Münster. Das Original stammt von Simon Richwin. Die gesüdete Karte nennt links neben dem Schriftzug „Eyfalia“ die Orte und Burgen Saffenburg (Haffenburgum), Remagen (Rinmagen), Sinzig (Sinsichium), Kerpen, Altenahr (Altenarium), Aremberg (Arburg), darüber die Grafschaft Zwirneburg (Zwirnebergum comitatus), Kempenich (Kempen), Daun (Dunum), Kasselburg (Castelburg), rechts davon Lissingen (Lesingum), Kronenburg (Cronenburg), Schmittheim (Smyddum) und darunter Dollendorf, die Grafschaft Blankenheim (Blanckenheimium comitatus) und Hillesheim (Hildesheimium). Die Orte sind nur unzureichend lokalisiert. Nur die Darstellung der Grenzflüsse (Rhein, Mosel und Maas) und die der Eifelflüsse Ahr, Kyll, Lieser und Rur entspricht annähernd der tatsächlichen topographischen Lage. S. Münster, Cosmographei, oder Beschreibung aller Länder..., Buch 3, Von dem Teütschen Land, S. 604-606
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