116 In einer Nische der rechten Langhausseite steht eine Figurengruppe mit dem Hl. Martin zu Pferd und dem Bettler und einem Engel als Nebenfiguren.197 Die 89 cm hohe, 1717 gestiftete Holzfigur zeigt den Kirchenpatron in römischer Rüstung. Der Bildhauer hat mit Reiterstiefeln und Sattelpistole aber auch Attribute seiner Zeit gewählt. Der Engel hält mit Stab und Mitra die Insignien eines Bischofs in den Händen. Auf der gegenüberliegenden Seite hängt die Figur der Muttergottes. Sie steht auf dem Halbmond, die von ihr ausgehenden Strahlen münden in die Perlen eines Rosenkranzes. In der Rechten hält sie ein Schwert, auf der Linken sitzt der Jesusknabe. Das Kind hält in seiner linken Hand an einem Mittelzopf einen Kopf mit langem Schnurbart. Die um 1720 entstandene, 1,65 Meter hohe Figur gibt sich damit als sogenannte Türkenmadonna zu erkennen. Solche Darstellungen fanden als Votivgabe nach der erfolgreichen Abwehr der Türken vor Wien im Jahre 1683 und nach dem endgültigen Ende der Türkenkriege (1663 – 1664, 1683-1699 und 1714 –1717) im Jahre 1717 vor allem in St. Martin Foto: F.-J. Verscharen (2014) Türkenmadonna in der Parrkirche Foto: Irene Gantke
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