117 den österreichisch-ungarischen Gebieten weite Verbreitung. Maria galt seit 1480 und besonders nach Beendigung der ersten Belagerung Wiens (1529) als Patronin im Kampf gegen die nach Mitteleuropa vorgedrungenen Türken. Als Rosenkranzmadonna ist sie dann kurz nach der Seeschlacht bei Lepanto zum Sinnbild für die Siege über die Türken geworden. Am 7. Oktober 1571 hatte die spanisch-venezianischen Flotte im Golf von Korinth den Gegner vernichtend geschlagen. Zwei Jahre später legte Papst Gregor XIII. (1572 – 1585) ein Fest der Rosenkranzkönigin auf diesen Tag. Zunächst auf Kirchen mit einem Rosenkranzaltar beschränkt, galt es nach dem endgültigen Sieg über die Türken seit 1716 für die gesamte katholische Kirche. Im Rheinland sind Türkenmadonnen selten. Hinter den Darstellungen steht der grausame Brauch der Türkenkriege, dem getöteten Feind den Kopf abzutrennen. In Leipzig sollen Kaufleute auf der Neujahrs-Messe des Jahres 1684 sogar solche Köpfe, die vor allem wegen ihrer Haar- und Barttracht auffielen, in Fässern angeliefert und verkauft haben.198 Ähnliche Darstellungen finden sich im Kreis Ahrweiler nur noch auf einem Grabkreuz bei Beller (Grafschaft) aus dem Jahre 1725 und in Ahrweiler. In Waldorf im Vinxtbachtal wurde die „Madonna vom Siege“ beliebtes Wallfahrtsziel. Ihr Bildnis ging 1867 beim Abbruch und Umbau der alten Pfarrkirche verloren. Erhalten geblieben sind davon gefertigte Druckplatten für Bruderschaftszettel.199 Rosenkranzbruderschaften fanden zu dieser Zeit weite Verbreitung. Die Kanzel mit den Brustbildern der vier Evangelisten stammt von 1754.200 Unter der Orgelempore hängt an der rechten Wand die Figur des Hl. Hubertus, gegenüber die des Hl. Mathäus. 1867 kaufte die Kirchengemeinde eine Orgel, die bis dahin in der Pfarrkirche von Altenahr gestanden hatte. Sehr wahrscheinlich stammt sie aus der Werkstatt des Orgelbauers Balthasar König, der von 1711 bis 1735 in Münstereifel und anschließend bis 1756 in Köln tätig war.201 Zur Feier des Königsgeburtstags wurde sie am 27. Mai 1867 zum ersten Mal gespielt. Ihr Tonumfang blieb auch nach mehreren Reparaturen, die erste noch vor dem Kauf 1851 – 1863, spätere in den Jahren 1909 – 1910, 1919 – 1922 und 1949 – 1950, sehr bescheiden. Erst mit der Restaurierung durch die Bonner Firma Johannes Klais von 1954/1955 und zuletzt 2007/2008 durch die Firma Orgelbau Hubert Fasen aus Oberbettingen erreichte sie wieder annähernd ihren ursprünglichen Zustand.202 Die weitere Ausstattung der Kirche nahm sich selbst für eine Dorfkirche sehr bescheiden aus. Bei den Visitationen 1727, 1751 und 1762 hatten die Visitatoren den Küster St. Hubertus Foto: F.-J. Verscharen (2017)
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