Enges Tal und weite Welt

129 men. Sie stießen dabei nicht nur auf den Widerstand des in ihren Diensten groß gewordenen Adels, sondern wurden Objekt der sich abzeichnenden Territorialbildung. In der Eifel wurde dieser Prozess zunächst vor allem von den Erzbischöfen von Köln und Trier vorangetrieben. Eine Vorrangstellung der Kölner Erzbischöfe hatte sich hier spätestens seit der Mitte des 11. Jahrhunderts mit der Verdrängung der Pfalzgrafen abzuzeichnen begonnen. Sie fand mit der Übertragung der Herzogswürde für das Rheinland (1151) und Westfalen (1180) die reichsrechtliche Anerkennung.222 Im Land zwischen Rhein und Maas mit der Ahr und dem Vinxtbach als südlicher Grenze hatte der Erzbischof seither, gestützt auf die ihm mit dem Amt überlassenen königlichen Hoheitsrechte, auch außerhalb seines eigenen Territoriums über Gericht, Markt, Münze und Zoll und als Führer des militärischen Aufgebots, für die Erhaltung des Landfriedens zu sorgen. Zu diesem Zweck hatte bereits Erzbischof Friedrich I. (1100 – 1131) im Einvernehmen mit dem König zahlreiche Burgen errichten lassen und Lehnsbeziehungen mit den lokalen Gewalten aufzubauen begonnen. Unter ihnen sind die führenden Mächte der Region wie die Grafen von Jülich, Berg, Kleve, Geldern und von Are und die lokalen Größen der Arenberger, Saffenberger und die aus dem Grafenhaus Wied stammenden Kempenicher zu finden.223

RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=