Enges Tal und weite Welt

130 Der Aufstieg der Grafen von Are Den Familien des Hochadels war es schon im 9. Jahrhundert gelungen, das Grafenamt erblich werden zu lassen, und seit dem 11. Jahrhundert die mit ihm verbundenen Befugnisse den eigenen Machtinteressen unterzuordnen. Die Familie der Grafen von Are gehörte dagegen einer jüngeren Schicht an.224 Ihre Anfänge lassen sich bis um das Jahr 963 zurückverfolgen, als ein Sigebodo mit dem Kloster Prüm Ländereien bei Altenahr gegen seinen Besitz in der Nähe von Daun tauschte. Da jeder Tauschvertrag auf gegenseitigen Interessen beruht, wird man annehmen können, dass Sigebodo mit dem Tausch bereits vorhandenen Besitz an der Ahr erweitert und abgerundet hat. Aussteller der nicht exakt datierten Urkunde225 ist der bereits bekannte Abt Ingram, zusammen mit dem Propst des Klosters, Gislebert.226 Sigebodo gelangte mit dem Tausch in den Besitz des Gutes Roßbach (rossebach). Dessen Lage ist im Ort Altenahr nahe bei der Mündung des gleichnamigen Baches in die Ahr zu vermuten. Der Flur- und Straßennamen Im Roßberg ist ein letzter, erhalten gebliebener Hinweis. Die Straße hieß noch um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert In der Rossbach. Sehr wahrscheinlich übernahm die Ansiedlung nach Anlage der Burg deren Namen. Ein weiteres an Sigebodo gelangtes Gut hieß Entelburg. Zu den beiden Gütern gehörten insgesamt 5 Mansen. Eine weitere Manse gehörte zur „rifenesburch“ (Rifer, Ripp = Felsrücken), die auf oder vor dem Felsrücken im Ortsteil Altenburg zu vermuten ist. Sie wird die erste, vermutlich um 1096 zerstörte Burg der Grafen von Are gewesen sein.227 Weiteren Besitz von 3 Mansen erhielt Sigebodo in Kreuzberg (cruciberge). Rekonstruktionszeichnung der Burg Are W. Braun, Rekonstruktionszeichnungen deutscher Burgen. Grundriss der Burg Are: 1. Burghaus (Burglehen Uprath), 2. unteres Tor (Gymnichporz), 3. Burghaus (Burglehen Gymnichporz), 4. Burghaus (Burglehen Effelsberg), 5. Kelterhaus, 6. mittleres Tor mit Burghaus, 7. Palas mit Anbau für Verwaltung, 8. romanische Burgkapelle, 9. Bergfried (M. Losse, Burgen und Schlösser-Hohe Eifel und Ahrtal.)

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