132 Zugleich setzte der Erzbischof Theoderich und seine Nachkommen mit der Urkunde als Vögte von Steinfeld ein. Der Besitz um Steinfeld war zum kurkölnischen Lehen geworden. Für die Grafen von Are brachte die Vogtei aber Teilhabe an Herrschaftsrechten. Vogt über die Prümer Besitzungen um Münstereifel war Theoderich bereits im Jahre 1105. Seine Nachkommen sind zudem 1162 als Vögte des Klosters Prüm in Ahrweiler und 1208 in Wichterich nachgewiesen.233 Im Jahre 1222 hatten die Nachkommen Theoderichs, die sich seit der Heirat seines Sohnes Otto mit der Erbtochter des letzten Grafen von Hochstaden von Are-Hochstaden nannten, zudem die Prümer Vogteien in Ramershoven, und nach späteren Nachrichten auch die in Kesseling und Rheinbach inne. In Münstereifel, Ahrweiler und Kesseling vertrat sie bereits zu Anfang des 12. Jahrhunderts ein Untervogt.234 In Münstereifel war es der von 1112 bis 1115 in Urkunden als Zeuge mit der Bezeichnung subadvocatus aufgelistete Rudolfus de Hart235, der die nicht weit von Münstereifel gelegene Hardtburg als Lehen der Grafen von Are innehatte. Prümer Lehen besaßen die Grafen von Are unter anderem in Hospelt, Pützfeld, Lind, Vischel, Münchhausen, Villip, Walporzheim und Kerpen bei Köln. Als Vögte des Trierer Klosters St. Maximin sind die von Are in Barweiler und Uexheim anzutreffen. Ein zweites Herrschaftszentrum der Grafen von Are bildete seit 1166 die Nürburg. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts versuchten die Kölner Erzbischöfe, ihr im Wesentlichen auf lehensrechtliche und persönliche Bindungen aufgebautes Herzogtum in ein geschlossenes Territorium umzuwandeln, in dem sie die alleinige Herrschaft ausübten. Den Anfang machte der Erwerb des Reichgutes Andernach (1167), es folgten ein Teil der Saffenburg (vor 1184)236, die Burgen Olbrück (1190)237 und Kempenich (vor 1190)238. Schon 1166 hatten die von Are ihre Hauptburgen Altenahr und Nürburg dem erzbischöflichen Lehnsherrn geöffnet, d.h. die Burg bei kriegerischen Auseinandersetzungen als militä- Die Nürburg um 1633 Der Kreis AW, S. 99. Die Saffenburg W. Braun, Rekonstruktionszeichnungen deutscher Burgen.
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