Enges Tal und weite Welt

136 Umgebung. Ihre Aufgabe bestand darin, verschiedene Abschnitte der Burg zu unterhalten und in Kriegszeiten für deren Verteidigung zu sorgen. Darüber hinaus unterstützten sie den Amtmann bei der Verwaltung des Amts. Sie bewohnten einzelne, unterhalb der Hauptburg errichtete Burghäuser. Einrichtungen wie Brunnen, Backhaus und vermutlich auch die Burgkapelle werden sie gemeinsam genutzt und unterhalten haben. Einkünfte zogen sie aus Burglehen, die ihnen der Erzbischof übertragen hatte. Die Burglehen bestanden aus Grundbesitz und anderen Einkünften in der näheren Umgebung der Burg.253 Zu den größeren Burglehen der Burg Altenahr zählte Vischel, Kreuzberg, Uprath und Winteren. Vischel umfasste neben der dortigen Burg mit 88 Morgen Land, einer Mühle und dem umliegenden Wald die Dörfer Krälingen, Häselingen, Berg und Vellen mit 40 – 50 zinspflichtigen Höfe und insgesamt 600 Morgen Land. Weitere Erträge brachten Häuser in Altenahr mit etwa 6 Morgen Weingärten. Das Burglehen Kreuzberg bestand um 1377 aus der Burg, zu der 22 Morgen Weingärten, die Mahl-, Loh- und Ölmühlen im Ort, 18 Mansen in der unmittelbaren Umgebung und im Sahrbachtal, umfangreicher Wald und die Fischerei in der Ahr (verm. oberhalb Kreuzbergs) gehörten. Den Kern des Burglehen Uprath bildete ein Burghaus, das auf einem Felsvorsprung am Fuß des Burgbergs an der Stelle des im Jahre 1714 errichteten Amtshauses stand.254 Zu ihm gehörte die Grundherrschaft Burgsahr mit Burghaus, 20 Morgen Acker und 20 Morgen Wiesen und der dortigen Mühle. Zu Burgsahr gehörte zudem der Ort Freisheim (Freischem, Vreismar), der ursprünglich 9 und um 1660 12 Höfe umfasste. Zu Uprath zählte außerdem das Gut Weißerath mit 33 Morgen Land. Dessen älterer Name (Rode, Roide) scheint auf das gesamte Lehen (up Rohde) übertragen worden zu sein. Im 18. Jahrhundert muss das Gut an die Inhaber der Unterherrschaft Vischel gefallen sein. Ein weiterer Teil des Lehens war der im Gericht Altenahr gelegene Hof Entelburg.255 Der mit 58 Morgen Acker und Wiesen, 9 bis 10 Morgen Weiden und umfangreichen Wäldern ausgestattete Hof wird bereits in der Urkunde über den Tausch von Gütern zwischen dem Kloster Prüm und den Vorfahren der Grafen von Are von 963 als entineberge genannt. Damals gelangte er durch Tausch von Prüm an die Vorfahren der Grafen von Altenahr. 1405 erscheint er als Hof zu Enteburg, 1795 zuletzt im Kirchenbuch von Altenahr als Entelnburg. Als Eigentümer Das Altenahrer Burglehen Uprath. Am rechten Bildrand ist der Durchbruch des 1835 eröffneten Tunnels zu erkennen. Steindruck von Jean Nicola Ponsart, P. Clemen (Hrsg.), Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, 17, 1, Abb. 153.

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