Enges Tal und weite Welt

137 erscheint in den Jahren 1783 – 1785 der Herr von Burgsahr, Freiherr von Mirbach Harff.256 Nach Ausweis des Kirchsahrer Scheffenbuchs257 war der Hof um 1573 in Halbpacht an einen Johan Rosen vergeben („Rosen Johan zur Zit Halfen auf Entelberg“). Ob es sich bei ihm um die gleiche Person gehandelt hat, die 1562, 1580 und 1601 – 1602 unter den Erbpächtern der Grundherrschaft Kirchsahr und den Schöffen des dortigen Ortsgerichts aufgeführt wurde, ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen. 1622 nennt das Scheffenbuch mit Jan von Horn[ich] uff Entelburg einen weiteren Pächter, 1624 noch einmal einen Rosen Johann von Entelburch. Auch diese beiden Personen können miteinander identisch gewesen sein, gehörten mit Sicherheit aber bereits der folgenden Generation an. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Cäcilia verkaufte Johann Rosen in diesem Jahr seinen halben Anteil an einem zur Grundherrschaft Kirchsahr gehörenden Hof „Rosen Jans Hoff under des Capittuls Herrligkeit.“258 Engste verwandtschaftliche Beziehungen haben zwischen den ersten und letzten Namensträgern mit Sicherheit bestanden. 1803 brannte der Hof ab, wurde 1804 für 5.000 Reichstaler verkauft und abgerissen. Die Karte von 1809 zeigt ihn noch mit mehreren Gebäuden, Tranchot bezeichnet ihn aber bereits als verfallenes Gehöft (Ferme ruinée). Heute sind die Flurnamen am Entenburger Pütz, unter Entenburg, in der Entenburger Dell und Im Hoff als letzter Hinweis überliefert. Zu Uprath zählte ferner ein Hof in Eichen und Lanzerath, der das Heyer-Gut genannt wurde, und schließlich das Gut Hamboich (Hambach/Hambuch). Genau lokalisieren lässt sich dieses Gut nicht. Vieles spricht für das bei Ringen in der Grafschaft gelegene, 1768 wüst gewordene Hofgut Hombach, das sich im 12. Jahrhundert im Besitz des Ahrweiler Rittergeschlechts vom Turm (de Turri) befand und bis zuletzt dem Grundherrn von Vischel gegenüber abgabepflichtig war.259 Infrage kommen können aber auch der Hambuchshof bei Meckenheim und Hannebach südlich von Ahrweiler in der heutigen Ortsgemeinde Spessart.260 I. Görtz vermutet das Gut Hambach im kurkölnischen Amt Rheinbach bzw. Hardt.261 Schließlich gehörten zu Uprath nicht näher bestimmte Einkünfte in Altenahr und Vischel. Der Inhaber des Burglehens Winteren war Eigentümer von Unterkrälingen und Berg, besaß den Burtscheider Hof (Boitscheid) mit 33 Morgen Land und großen Wäldern, den Hof Hengsberg und Güter in Hilterscheid, und übte das Fischereirecht in der Ahr von Kreuzberg bis Altenburg aus. Der Hengsberger Hof wird 1485 urkundlich erwähnt („zu Henxberch boven Kruytzberch“). Nach 1780 ist er aufgegeben worden. Schon 1809 konnte Tranchot in Blatt 119 seines Kartenwerks oberhalb von Brück zwischen Klein Hiensberg und Hiensberg nur noch landwirtschaftlich genutzte Flächen, aber keine Gebäude mehr aufnehmen. Allein im Flurnamen Auf der Hengstberger Nück in der Gemarkung Brück ist ein letzter Hinweis erhalten geblieben.262 Andere Altenahrer Burglehen bestanden im Wesentlichen nur aus einem Haus und wenig Land, waren jedoch mit einer Funktion innerhalb der landesherrlichen Verwaltung verbunden. So hatte der Inhaber des Burglehens Haus Brück263 neben den 50 Morgen Land, Wald-,

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