Enges Tal und weite Welt

138 Jagd- und Fischereirechten als Erbforstmeister und Erbwildschultheiß zugleich die Gerichtsbarkeit über alle Forstvergehen innerhalb des alten erzbischöflichen Wildbannbezirks. Ein ähnliches, Koppel genanntes Amt war mit dem Burglehen Effelsberg verbunden. Mit Koppel bezeichnete man im Mittelalter ein eingehegtes (Wald-) Revier, an dem mehrere Personen gleiche Rechte wie Jagd, Fischerei und Weide innehatten. Das Burglehen Effelsberg war mit einem gleichnamigen Burghaus oberhalb der Gymnichportz verbunden und umfasste zudem ein am Fuß des Burgberges gelegenen Haus („in dem Daele uff der Roßbach“264 und je 2 bis 3 Morgen Acker und Weingärten. Das Koppelamt gelangte später durch Verkauf an das Herzogtum Jülich. Nach der Umwandlung in eine Getreideabgabe brachte es den Herzögen jährliche Einkünfte von 7½ Maltern, die beim Schloss Münstereifel abgeliefert werden mussten.265 Ein weiteres Burglehen war mit einem nach seiner Zerstörung der Burg ebenfalls nicht wieder aufgebauten Haus in der Nähe der Burg, mit Gärten, Feldern und Zinsen in Altenahr, 5 bis 6 Morgen Weingärten in Reimerzhoven, dem oben beschriebenen Engelhäuser Hof bei Kreuzberg mit 40 Morgen Land und 80 Morgen Wald, einer Mühle in Altenburg (1804 durch Hochwasser zerstört266) und ferner mit 6 Morgen Land, Fischereirechten in der Ahr und freier Jagd verbunden. Das kleinste Burglehen Rüdesheim scheint nur aus einem Hausplatz neben der Burg, 3 Morgen Land und der Fischerei bei Reimerzhoven bestanden zu haben. Als Inhaber eines Altenahrer Burglehen wird erstmals Gottfried von Eppenstein in einer 1249 ausgestellten Urkunde genannt.267 Darin findet sich der Hinweis, dass bereits dessen Voreltern das Lehen von den Grafen von Hochstaden erhalten hatten. Im gleichen Jahr erscheint mit Matthias de Calmunthe ein weiterer Burgmann. 268 Er besaß zu dieser Zeit die nicht weit entfernt gelegene, im Bereich des „Weißen Kreuzes“ zu vermutende Burg Ecka. Ihre Lage machte sie zu einer unmittelbaren Bedrohung der Burg Romanischer Torbogen der Gymnichporz Foto: Elke Stute-Verscharen (2011) Burg Are mit Gymnichporz um 1830 Gemälde von Johann Wilhelm Schirmer (1807-1863)

RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=