139 Are. Der Erzbischof scheint ihn daher zum Abriss der Burg gedrängt und ihn als Gegenleistung für seine Zustimmung in seine Burgmannschaft aufgenommen zu haben. Nahezu vollständig scheint die Reihe der Altenahrer Burgmannen in einer Urkunde aus dem Jahre 1256 überliefert zu sein.269 Angeführt wird sie von Matthias von Calmunte. Es folgt ein Volcoldus de Bure, dessen gleichnamiger Vorfahre bereits ein Jahrhundert zuvor der Burgmannschaft der Grafen von Are angehört zu haben scheint.270 Beide werden als Edelherren (viri nobiles) bezeichnet. Es folgt eine Reihe von fünf Rittern (milites) aus der Dienstmannschaft des Erzbischofs. Dieser Personenkreis wurde bevorzugt mit Burglehen ausgestattet. Einer von ihnen nannte sich nach seinem Herkunftsort Effelsberg (Theodericus de Effelsbure). Ein weiterer wird nur mit seinem Vornamen im Zusammenhang mit seiner Mutter genannt (Henricus filius Cristine). Seine Mutter muss demnach innerhalb der erzbischöflichen Dienstmannschaft besonderes Ansehen genossen haben. Ob auch der in der Urkunde auftretende erzbischöfliche (Mund-)Schenk (pincerna) und dessen Sohn mit einem Altenahrer Burglehen ausgestattet waren, ist nicht eindeutig zu klären. Ganz unmittelbar ist der Bezug zum Dienst auf der Burg bei einem Ritter zu erkennen, den der Erzbischof offensichtlich mit der Verteidigung eines Burgtores beauftragt hatte. Die Urkunde nennt ihn in der lateinischen Form Reinboldus de porta castri Are. Wichtigstes Tor der Burg war bereits damals ein Torhaus, das den Durchlass für den alten Hauptweg im äußeren Mauerring sicherte. Der in die Burg führende Weg, begann ursprünglich im Seitental der Roßbachstraße. Das Außentor besitzt noch heute einen romanischen Rundbogen, das gothische Innentor ist bei größeren Umbauarbeiten im 14. Jahrhundert eingefügt worden. Heute bilden die Reste des Torhauses den Einlass des vom Ort aus aufsteigenden Fußwegs. Seinen Namen Gymnichporz hatten Tor und Burghaus im 14. Jahrhundert nach der Übernahme des damit verbundenen Burglehens Winteren durch die Familie Gymnich von Vischel erhalten. In späterer Zeit finden sich unter den Burgmannen Angehörige der Grafen von Neuenahr (1280) und der Familie von Dernau (1284). Später folgten die Familie Rollmann von Sinzig (1331) als Inhaber des Burglehens Arenthal, die von Fischenich (1343), die das Burglehen Kreuzberg innehatten, die Familie Gymnich von Vischel (1364) als Inhaber der Burglehen Uprath, Vischel und Winteren, die von Gudenau und von Holzheim (1366), die Colve aus Ahrweiler (1425) und seit 1438 und 1458 als neue Inhaber der Burglehen Uprath und Winteren die Blankart von Ahrweiler.271 Eine Auflistung aller Altenahrer Burgmannenfamilien aus dem Jahre 1663272 nennt die von der Leyen, von Rollingen, von Gruithausen, von Wappen der Familie von Gymnich Grafik: Wikipedia, Leo David und DORADO
RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=