161 von Helfenstein heiratete seine Witwe Katharina von Gymnich nach 1460 Johann von Blankart. Die Blankarts lassen sich bis 1176 zurückverfolgen.302 In diesem Jahr trat ein Theodericus Blankart in einer Urkunde Erzbischof Philipps von Heinsberg auf. Das Rittergeschlecht war vor allem im Raum Ahrweiler reich begütert. Zusammen mit den Familien Ahrweiler (erste Erwähnung 1168), Bachem (1176), Adenbach (1194/1271), Fischenich (1223), Colve (1225/ 1231), Turris (1259) und Vorst (1325) gehörten sie während des gesamten Mittelalters zu den führenden Familien Ahrweilers.303 Ihre Anfänge gehen auf die Dienstmannschaft des Prümer Abts zurück. Seit der Mitte des 11. Jahrhunderts waren Hochadel und die bedeutenden Klöster dem königlichen Beispiel gefolgt und hatten die Wahrnehmung wichtiger Herrschaftsbefugnisse an solche, Ministerialen genannte Dienstleute übertragen. Sie waren durch einen Diensteid an ihren Herrn gebunden. Für den zu leistenden Militärdienst oder die zu erfüllenden Verwaltungsaufgaben übertrug ihnen der Dienstherr Höfe oder die daran gebundenen Einkünfte. Der Kommentar zum Prümer Urbar nennt 1222 für Ahrweiler sieben kleinere Lehen und setzt bei der Zusammenstellung der Abgaben die Ministerialen deutlich von den übrigen Hörigen der Grundherrschaft ab.304 In fränkischer Zeit waren die Ministerialen noch durch persönliche Unfreiheit an den Dienstherren gebunden. Ihre Bedeutung innerhalb des Lehnswesens und nicht zuletzt ihr wirtschaftlicher Aufstieg ließ seit dem 12. Jahrhundert die Grenze zwischen den Dienstmannen und der freien Ritterschaft fließend werden. Neben mehreren dieser alten Prümer Lehen hatten die Blankarts auch kurkölnische Lehen inne. Seit dem ausgehenden 14. Jahrhunderts waren sie im Besitz des Prümer Schultheißenamts in Ahrweiler und stellten seit 1494 viermal den dortigen Vogt. Im Jahre 1437 erhielt Johann von Blankart die Bestallung zum Amtmann von Burg und Amt Nürburg.305 Aber nur in ihrer Grundherrschaft Burgsahr war es ihnen gegen Ende des 15. Jahrhunderts gelungen, die Zuständigkeit ihres Hofgerichts auf alle Rechtsbereiche auszudehnen. Als das Burglehen Uprath eine Generation nach dem Erwerb durch Peter Blankart an dessen Sohn Gerhard verliehen wurde, nannte die am 19. August 1485 darüber ausgestellte Urkunde306 die Höfe Entelberg und Weißerath, Güter in Eichen, Das Wappen der Blankart von Ahrweiler zeigt in Blau einen schräggelegten, silbernen Spitzhammer. Die Ähnlichkeit des Wappenbildes zum Wappen der bis 1417 nachgewiesenen Burggrafen von Hammerstein (drei silberne Hämmer) verweist auf eine lehnsrechtliche Beziehung (vgl. URH, Nr. 682, Anm. 1, S. 369). Familienzweige unterschieden sich in der Helmzier, die auf blausilbernen Decken Eselsrumpf, Bracken- oder Wolfsrumpf zeigten. Grafik: Wikipedia
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