165 Burgherr Freiherr von Mirbach drei Jahre später Gebrauch, nachdem Katharina Schäfers im dritten Jahr mit der Pacht in Verzug geraten war und die Mühle nicht hinreichend gewartet hatte. Zugleich setzte er ihre Tochter Elisabeth und deren Ehemann Severin Josef Zavelberg als neue Pächter ein. Zunächst aber sollte zur Begleichung der Pachtschulden die gesamte Ausstattung versteigert werden. Dazu gehörten 2 Pferde, 5 Kühe, 4 Jungrinder (Rind), ein Kalb, 5 Schweine und eine Geiß mit Jungtier (Zicklen), Ackergeräte, Zaumzeug, Werkzeug, Behältnisse, Küchengerät, Geschirr und Möbel. Hauptkäufer waren die neuen Pächter, die bis 1802 Halfen in Burgsahr blieben. Inzwischen hatten sich unter den neuen französischen Herren die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse grundlegend geändert. Die feudalen Eigentumsverhältnisse waren aufgehoben worden, die damit verbundenen Lasten konnten vom Adel nicht mehr eingefordert werden. Grundbesitz, der über Jahrhunderte die Grundlagen für die soziale und wirtschaftliche Sonderstellung des Adels gebildet hatte, war unattraktiv geworden. Der Halfe des Burghofs zahlte jetzt nur noch die Pacht. Andererseits boten Handel und aufkommende Industrie gerade in den kriegerischen Zeiten weitaus bessere Möglichkeiten der Kapitalanlage. Am 27. Januar 1802 verkaufte die Witwe Auguste von Mirbach den Hof Burgsahr schließlich an den damaligen Pächter Severin Die Kornmühle von Burgsahr (1950er Jahre) Die ehemalige Ölmühle von Burgsahr (um 1940) Sammlung Josef Zavelberg
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