173 Die Ortsteile Binzenbach, Hürnig und Winnen Binzenbach Binzenbach erscheint erstmals 1508 als Nachnamen eines vermutlich zum Hofgericht von Vischel gehörenden Schöffen (Peter Byntzenbach).334 Bis zur Besetzung des Rheinlandes durch die Franzosen im Oktober 1794 gehörte der Ort zur kurkölnischen Unterherrschaft Kirchsahr. Ein Teil wurde aber der Unterherrschaft Burgsahr zugerechnet.335 Der 1643 im Scheffenbuch vorgenommenen Unterscheidung „aus der unterster Bintzenbach“ findet ihre Entsprechung im Eintrag „In obere Binzenbach“ der Kirchsahrer Pfarrchronik zum Jahr 1886/1887. Die Tranchot-Karte von 1809 zeigt zwischen Kirchsahr und Burgsahr unter dem Namen Binzenbach drei Siedlungspunkte. Diese sind noch heute im Ortsbild auszumachen. Der westliche davon ist unter dem Namen Dreiseiffen sogar als eigenständige Siedlung auf der Nordseite des Sahrbachs ausgewiesen. Er liegt am Ausgang eines nach Nordosten verlaufenden Bachtals, das sich in seinem oberen Teil in drei Seitentäler verzweigt. Auch dieser Bereich führt die Bezeichnung Drei Seiffen. Das Tal bildet mit der hier über den Sahrbach führenden Brücke die direkte Verbindung zwischen Kirchsahr und Winnen. Neben kleineren Gebäuden auf der rechten Seite des dort einmündenden Bachs zeigt die Karte auf der nach seinem Verlauf linken Seite des Sahrbachs drei größere Gebäude. Sie gehören zu der im ausgehenden 18. Jahrhundert errichteten, kurz vor 1805 aufgegebenen und in eine Schmiede umgewandelten Bleischmelze. Der eigentliche Ortskern wird der mittlere, östlich an der heutigen L 76 (Münstereifeler Straße) grenzende Teil gewesen sein. Hier stand der 1686 erbaute Bauernhof, der im Mai 1961 niedergelegt wurde und ein Jahr später im Rheinischen Freilichtmuseum Kommern einen neuen Standort fand. Weiter talabwärts im Bereich des heutigen Gasthauses Eifelstube lag der zu Burgsahr gehörende Ortsteil. Noch um die Mitte des 19. Jahrhunderts war er nicht besiedelt. 1784 lebten in Binzenbach: Wilhelm Axer, Anton Frings, Elisabeth Köhler, Wilhelm Köhler, Wilhelm Kurth, Anton Weber, Peter Weber und Johannes Winnen.336 Binzenbach in der Tranchot-Karte von 1809 Die drei Gebäude (Kreis) gehören zur der nach 1805 aufgegebenen Bleischmelze
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