Enges Tal und weite Welt

175 Effelsberg zuständig. Erst nach 1580 scheint Hürnig aus der Unterherrschaft Effelsberg gelöst worden und an Burgsahr gekommen zu sein.339 Um 1580 wird ein Jaspar von hoernich noch unter den Schöffen des Effelsberger Hofgerichts genannt, die Landesbeschreibungen der Jahre 1587 und 1602 rechnen dagegen Jaspars Hof der Grundherrschaft Burgsahr zu.340 1602 hatte der Schultheiß des Stifts Münstereifel (Peter Scholtheiß in der Sahrn) einen Hof in Hürnig inne.341 Es muss sich dabei allerdings um einen zweiten Hof gehandelt haben, denn zu Jaspars Hof gehörten 1602 nur 3 Morgen Ackerland, sonst aber nur für die Schafhaltung nutzbares Ödland. Die Tranchot-Karte lässt entsprechend auch 1809 noch zwei Hofkomplexe erkennen. Der Hof des Schultheißen wurde mit dem doppelten Wert veranschlagt. In ihm wird man das in die frühe Zeit der Effelsberger Grundherrschaft zurückreichende Gut vermuten können. 1784 lebten in Hürnig: Hubert Paffenholz, Johann Peter Köhler und Mathias Winnen.342 Das an der Straße nach Effelsberg gelegene Heiligenhäuschen wurde 1894 durch die Familie Ginsterblum errichtet.343 Winnen Der Name Winnen leitet sich von dem ahd. winne für Grasplatz, Weideplatz, Wiese344 ab und nimmt unmittelbar Bezug auf die bis in die Neuzeit vorherrschende weidewirtschaftliche Nutzung. Unter Winnen verstand man aber auch das Säen, Einharken der Saat und das Ernten auf Schiffelland. Die Anfänge des Orts dürften demnach in die Rodungsphase des Hochmittelalters fallen. Belegt ist der Ortsname aber erst als Herkunftsname in landesherrlichen Akten des frühen 17. Jahrhunderts. Nach einer Amtsbeschreibung aus dem Jahre 1638 gehörte Winnen zur Unterherrschaft Kirchsahr. 1816 waren die drei als Weiler eingestuften Orte Binzenbach, Hürnig und Winnen Teil der Gemeinde Berg innerhalb der Bürgermeisterei Altenahr.345 Eine Aufstellung aller Hofstellen in Winnen aus dem Jahre 1784346 nennt acht Inhaber von Hofstellen in Winnen: Johannes Simons, Johannes Peter Hulzem, Johannes Winnen, Jakob Ley, Wilhelm Frings, Johannes Frings, Jakob Frings und Anton Frings. Nach der Landesbeschreibung von 1602347 wurden dagegen nur vier Höfe in Winnen bewirtschaftet, ebenso im ausgehenden 19. Jahrhundert. Es muss sich 1784 mehrheitlich um kleine Bauernstellen gehandelt haben. Größere Höfe scheinen die mit einem Backhaus ausgestatteten Höfe von Johannes Simons und Johannes Peter Hulzem gewesen zu sein. Auf dem Hofplatz J. P. Hulzems befand sich auch der Dorfbrunnen, der beiden Höfen zu gleichen Teilen zustand aber auch den übrigen Dorfbewohnern zugänglich war. Bei der geringen Bodenqualität hatte die Schafzucht einen großen Anteil an der Landwirtschaft Winnens. Die Schafe wurden täglich auf den Bitzenberg getrieben (auf dem Bietzenberg, auf dem steinigen Feld)348 und im 19. Jahrhundert über Nacht in einem gemeinschaftlichen Stall gehalten. Eine weitere gemeinschaftliche Einrichtung war ein Dreschplatz am Ende des Flurwegs.

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