176 Die Reformation Bei der Volkszählung von 1925 waren noch alle 214 Einwohner der Gemeinde Kirchsahr katholisch. Erst zum Jahr 1931 vermerkte der Pfarrer in seiner Gemeindestatistik vier Nichtkatholiken.349 In den benachbarten Gemeinden Berg und Kreuzberg350 hatte der Basaltabbau bzw. die Einrichtung des Bahnbetriebswerks (um 1918) bis 1925 zum Zuzug von elf Protestanten geführt. Sie gehörten zur evangelischen Gemeinde Neuenahr. Aber selbst in der Stadt lag ihr Anteil damals nur bei 8 %. Die Zahlen scheinen das Bild von der Eifel als einer bis heute katholisch geprägten Landschaft zu bestätigen. Kirchen, Klöster, Kapellen und Wegekreuze sind Zeugnisse einer tief verwurzelten Volksfrömmigkeit, die der Reformation offensichtlich bis in unsere Zeit widerstehen konnte. Dies mag für das Sahrbachtal umso mehr gelten, da hier bis zum Einmarsch der Franzosen im Jahre 1794 der Kölner Erzbischof nicht allein das Kirchenregiment führte, sondern zugleich die weltliche Herrschaft ausübte. Ort und Pfarre Kirchsahr befanden sich zudem fest in den Händen des Stifts Münstereifel, das aus verständlichen Gründen am katholischen Glauben festhielt. Der Kölner Herrschaftsbereich endete aber bereits an der westlichen Gemeindegrenze. Effelsberg, das erst 1694 einen eigenen Pfarrer erhielt, gehörte zum Herzogtum Jülich, und in Houverath übten seit dem 15. Jahrhundert die Grafen von Manderscheidt-Blankenheim die Landeshoheit aus. Aber nicht nur in diesen beiden Territorien herrschten wenigstens zeitweise für die Reformation günstige Bedingungen. Selbst das Kurfürstentum Köln erlebte im Verlauf des 16. Jahrhunderts zwei Reformationsversuche seiner Erzbischöfe. Martin Luther, geb. am 20.11. 1483, gest. am 18.2. 1546 in Eisleben. 1501 – 1505 Studium in Erfurt, am 17.7. 1505 Eintritt in das Kloster der Augustinereremiten in Erfurt, am 27.2. 1507 Priesterweihe, seit 1508 Theologiestudium in Wittenberg, 1512 Doktor der Theologie. Reformatorische Ansätze sind bereits 1515 erkennbar, am 31. 10. 1517 folgte die Veröffentlichung der 95 Thesen gegen den Ablasshandel. Die katholischen Kirche reagierte darauf seit Juni 1518 mit Gegenmaßnahmen. L. Bechstein (Hrsg.), Zweihundert Bildnisse und Lebensabrisse berühmter deutscher Männer, Leipzig 1854.
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