Enges Tal und weite Welt

184 erzbischöflicher Großsiegler maßgeblich am Ausbau der kurfürstlichen Landesherrschaft mit. Als Berater begleitete er den Erzbischof 1529 und 1530 zu den für die weitere Entwicklung der Reformation so wichtigen Reichstagen nach Speyer und Augsburg. Noch 1542 hatte er mit Bucer Gespräche über eine Kirchenreform im Erzbistum Köln geführt, nach der Berufung Melanchtons 1543 aber die Position des Domkapitels eingenommen. Im August dieses Jahres erreichte er die Entlassung Bucers und anderer evangelischer Prediger und forderte schon 1544 die Absetzung des Erzbischofs. Der Kaiser konnte aber erst einschreiten, nachdem sich mit dem Sieg über die im Schmalkaldischen Bund vereinten Fürsten 1546/1547 seine Stellung gefestigt hatte. Der 1546 vom Papst ausgesprochenen Exkommunikation folgte auf einem im Januar 1547 einberufenen Landtag die Absetzung durch kaiserliche Kommissare. Das Domkapitel wählte Adolf von Schauenburg (1547 – 1556) zum neuen Erzbischof. Hermann von Wied verzichtete einen Monat später in aller Form auf seine geistlichen und weltlichen Würden und zog sich auf seine Stammburg Altwied im Westerwald zurück, wo er 1552 starb. Die Reformation im Sahrbachtal? Nahezu unbemerkt von den Ereignissen der vorausgegangenen Jahre hatte zu dieser Zeit die Reformation am äußersten Rand des Kölner Erzbistums, in unmittelbarer Nähe des Sahrbachtals, Einzug gefunden. Die Nachricht darüber stammt aus dem Jahre 1598.360 Damals wandte sich Graf Hermann von Blankenheim in zwei Schreiben an den Herrn von Schweinheim, Johann Spieß von Büllesheim. Dem Grafen gehörten die Dörfer Houverath und Limbach, die eine eigene Herrlichkeit bildeten. Der Adressat war Inhaber der Unterherrschaft Schweinheim und die dazu gehörigen Orte Eichen, Lanzerath und Scheuern waren Teil der Pfarre Houverath. Zunächst erinnerte Graf Hermann daran, dass er bei der Ausübung seines Patronatsrechts stets bemüht gewesen Johannes Gropper, geb. am 24.2. 1503 in Soest, gest. am 13.3. 1559 in Rom, Theologe und Jurist, 1526 zum Priester geweiht, seit 1527 Stiftsherr an St. Gereon in Köln, 1529 Professor an der Juristischen Fakultät der Kölner Universität, seit 1528 Stiftsherr, seit 1531 Pfarrer und Dekan in Soest, 1532 Stiftsherr in Xanten, seit 1546 Propst des Cassiusstifts in Bonn Gemälde von 1555 Kölner Gymnasial- und Stiftungsfond

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