Enges Tal und weite Welt

187 Lederbach, war 1568 von Erpel nach Altenahr gekommen und seit 1580/1581 als Pfarrer in Ahrweiler tätig gewesen. Bald scheint auch er in Gegensatz zu seinem Landesherrn geraten zu sein. Streitpunkte waren neben älteren Schulden auch Nachlässigkeiten und Versäumnisse in der Amtsführung. Im Oktober 1589 musste er sich deswegen vor dem Rentmeister in Blankenheim rechtfertigen. Ein Jahr später hatte er den Pfarrhof bereits seit geraumer Zeit mit unbekanntem Ziel verlassen. Ihm folgte nach einer längeren Unterbrechung im März 1591 der aus Trier stammende Martin Currens. Bereits sieben Jahre später verließ dieser Houverath in Richtung Münstereifel, nachdem auch er sich mit seinem Landesherrn überworfen hatte. Sein späteres Wirken als katholischer Priester im damals bergischen Küdinghoven (Bonn) in den Jahren 1606 bis 1624 liefert sehr wahrscheinlich die Erklärung für diesen Streit. Mit Johannes Schultz aus Köln kam 1598 der letzte protestantische Pfarrer nach Houverath. Als Graf Hermann 1604 ohne leibliche Erben starb und die Grafschaft an seinen fest auf katholischer Seite stehenden Bruder Arnold II. fiel, verlor Schultz zusehends an Rückhalt. Gegen Ende des Jahres 1610 verzichtete er auf sein Amt und verließ Houverath wenige Monate später. Er zog ins bergische Dabringhausen, konnte sich hier aber als reformierter Geistlicher nicht lange gegenüber der lutheranischen Bevölkerung behaupten. Auch er ist ein Beispiel für die Unsicherheit, die in den sechs Jahrzehnten der Reformation in Houverath geherrscht haben muss. Katholische Pfarrer hatten sich dem Luthertum zugewandt, in der neuen Lehre aufgewachsene Priester sich später wieder zum Katholizismus bekannt und einer von ihnen sogar mit zeitweisem Erfolg eine von beiden Seiten abgelehnte Richtung vertreten. Den Gläubigen wird oft gar nicht bewusst gewesen sein, in welchem Glauben sie eigentlich lebten. Auf Vorschlag eines Teils der Houverather Gemeinde trat noch im Dezember 1610 Antonius Büllingen die Nachfolge als Pfarrer an. Unter den Kirchenmeistern regte sich aber noch bis 1616 Widerstand gegen die Lucas Lossius, eigentlich Lukas Lotze, geb. am 18.10. 1508 in Vaake/Hessen, gest. am 8.7. 1582 in Lüneburg, studierte in Leipzig und in Wittenberg bei Melachton und Luther, seit 1527 Lehrer in Lüneburg Titelblatt der Psalmodia des Lucas Lossius, 1653 Bayerische Staatsbibliothek München, Res/2 Liturg. 352.

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