Enges Tal und weite Welt

194 nach: http://www.schulphysik.de/moberg.de Zum ersten Mal zeigte sich dieser Zusammenhang bereits in der Römerzeit. Der Aufstieg Roms zu einem Weltreich fiel in eine Phase relativer Wärme, die von etwa 100 v. Chr. bis etwa 300 anhielt. In dieser Zeit standen dem Stadtstaat Ernteüberschüsse zur Verfügung, ohne die der Aufbau und die Unterhaltung eines großen Heeres nicht möglich gewesen wären. Roms Ende kam, als germanische Völker unter dem Druck von Missernten und Überbevölkerung den Limes überschritten und sich auf das immer noch fruchtbare Italien zu bewegten. Eine neue Warmphase leitete den Aufstieg des Karolingerreiches ein. Sie dauerte bis etwa 1300. In dieser hochmittelalterlichen Wärmephase lagen die Durchschnittstemperaturen etwa 1o C über denen von heute. Ihr Optimum deckte sich mit der hochmittelalterlichen Rodungsphase des 11. bis 13. Jahrhunderts. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen dehnten sich in dieser Zeit in die bis dahin bewaldeten Höhenzüge aus. Zu den damals neu angelegten Höfen und Siedlungen wird auch Kirchsahr gehört haben. Die Ersterwähnung Kirchsahrs in der Urkunde von 948/964 ist mit der Nennung von Weingärten in Effelsberg zugleich ein zwar nicht ganz sicherer, aber doch glaubwürdiger Beleg für den Weinanbau. Ein letzter Nachweis aus dem Jahre 1277 auf Weinproduktion in der Nähe des Sahrbachtals markiert zugleich das Ende der hochmittelalterlichen Warmphase. Eine erneute Klimaverschlechterung stürzte die Landwirtschaft in eine tiefe Krise. Die folgenden fünf Jahrhunderte charakterisiert man heute als „Kleine Eiszeit“. In den Jahren 1560 – 1630 und 1645 – 1715 erreichten die Durchschnittstemperaturen ihre Tiefststände. Parallel dazu zeigte die Sonne stets ein Minimum an Sonnenflecken. Als Erster erkannte der deutsche Astronom Friederich Wilhelm Gustav Spörer (1822 – 1895) diesen Zusammenhang. Sein Name steht heute für die Jahre verminderter Sonnenflecken und deutlicher

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