Enges Tal und weite Welt

211 1648) erfasste aber schließlich ganz Mitteleuropa, ohne eine dauerhafte Klärung der Machtverhältnisse zu bewirken. Die auch nach dem Westfälischen Frieden anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen erreichten 1688 mit den Reunionskriegen einen erneuten Höhepunkt, um schließlich im Spanischen Erbfolgekrieg (1701 – 1714) nochmals in einen Krieg von europäischen Dimensionen zu münden. Der Siebenjährige Krieg (1756 – 1763), bei dem sich alle europäischen Großmächte der Zeit in Bündnissen mit mittleren und kleinen Staaten auf Kriegsschauplätzen in Mitteleuropa, Nordamerika, Indien und der Karibik gegenüberstanden, nahm schließlich sogar Züge eines Ersten Weltkriegs an. Preußen war mit Großbritannien verbündet, Österreich, Frankreich und Russland bildeten die Gegenseite. Drei Jahrzehnte später überzogen die französischen Revolutionstruppen und anschließend die napoleonischen Heere ganz Europa mit Krieg. Das im Deutschen Reich vorhandene Konfliktpotenzial hatte mit der Reformation zwei große Lager entstehen lassen, die ihre politischen Interessen in häufiger wechselnden Bündnissen mit den europäischen Großmächten, aber auch untereinander militärisch durchzusetzen versuchten. Die Gegensätze zwischen der katholischen und der evangelischen Partei entluden sich erstmals im Schmalkaldischen Krieg (1543 – 1547). Im Kurfürstentum Köln waren die Auseinandersetzungen zur gleichen Zeit vor allem vom dem seit 1542 unternommenen Reformationsversuch des Kölner Erzbischofs Hermann von Wied bestimmt. Er scheiterte 1547 nicht zuletzt an dem militärischen Druck Spaniens, das als Verbündeter des Kaisers seine Truppen bis in die Eifel vorrücken ließ. Krieg in der Eifel Die Bestrebungen der Niederlande, sich von der spanischen Besatzung zu befreien und vom Reich zu trennen, hatten schon 1566 zunächst kaiserliche Truppen durch die nördliche Eifel geführt. Als zwei Jahre später der „Achtzigjährige Krieg“ der Niederlande gegen Spanien mit den ersten Schlachten einsetzte, durchzog ein Heer des Prinzen von Oranien den östlichen Teil des Kreisgebietes. Die Kriegsereignisse häuften sich nach der Unabhängigkeitserklärung der sieben nördlichen Provinzen im Jahre 1579. Beide Kriegsparteien ließen den nordwestdeutschen Raum zum Aufmarsch- und Rückzugsgebiet und Nebenkriegsschauplatz werden. Dazu zählte auch der bereits 1584 für Gebhard von Waldburg verlorene Krieg um das Erzstift Köln. Nur mit Unterstützung der Niederländer konnte er sich bis 1589 halten. Seit dieser Zeit wurde die Johann Wilhelm, geb. am 29.5. 1562, gest. am 25.3. 1609, 1574 – 1585 Bischof von Münster, seit 1592 Herzog von Jülich-Kleve-Berg und Graf von Mark und Ravensberg. Mit ihm starben die Herzöge aus dem Hause Mark im Mannesstamm aus. Stich, 1610 Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,11/Graphische Sammlung, Nr. 30.

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