220 musste seine Truppen aus den preußischen Besitzungen im Rheinland abziehen, England behauptete sich in den Kolonien auf Kosten Frankreichs. Der Krieg kostete 550.000 Soldaten387 und 480.000 Zivilisten388 das Leben. Zerstörungen, Plünderungen und Zwangszahlungen an die Besatzungstruppen (Kontributionen) hatten die Kriegs- und Durchmarschgebiete wirtschaftlich ruiniert. Alle am Krieg beteiligten Staaten waren hoch verschuldet. Frankreich sollte die andauernde Staatsverschuldung eine Generation später in die Französische Revolution führen. Mitten im Krieg verlor das Haus Wittelsbach mit dem Tod von Clemens August 1761 seinen politischen Einfluss im Rheinland. Nach der Wahl Maximilian Friedrich von Königseggs (1761 – 1784) konnten die Habsburger diesem 1780 den jüngsten Sohn Kaiserin Maria Theresias, Erzherzog Maximilian Franz von Österreich, als Koadjutor zurseite stellen. Nach dem Tod des Erzbischofs übernahm Maximilian Franz die Kurwürde. Österreich konnte damit seine Position im nordwestdeutschen Raum gegen die Interessen Preußens und der Niederlande behaupten. Leben zwischen Krieg und Frieden Kurköln – Der politische Zwerg am Rhein Kurköln hatte sich seit dem Ende des Truchsessischen Kriegs im Spiel der europäischen Großmächte mit einer passiven Rolle begnügen müssen. Mit der Wittelsbacher Sekundogenitur war es unter den politischen Einfluss Bayerns und des Kaisers geraten. Die kurfürstliche Verwaltung lag weitgehend in den Händen landfremder Beamter aus den Wittelbacher Territorien. Die eigene Außenpolitik bewegte sich in einem sehr engen Rahmen. Kurköln entging damit aber auch weitgehend einer Entwicklung, die in den übrigen europäischen Staaten allgemeine Verbreitung fand, eine bis dahin unbekannte Belastung seiner Bevölkerung brachte und tiefgreifende Veränderungen in Gesellschaft und Politik bewirkte. Die ohne Ende aufeinanderfolgenden Kriege forderten einen ständigen Ersatz für die gefallenen oder verwundeten Soldaten und enorme Rüstungsausgaben. Die immer größer werdenden Heere konnten auf Dauer nur unterhalten werden, wenn alle gesellschaftlichen Kräfte dem Kriegsziel untergeordnet wurden. Noch im Dreißigjährigen Krieg hatten die Herrscher ihre Armeen nur im Kriegsfall ausgehoben. Dies geschah entweder durch Aufruf an die Lehnsleute oder durch Anwerbung von Söldnern, für die die Landstände Mittel zu bewilligen hatten. Solche Söldnerheere konnten unter Leitung eines Obristen kampfbereit und in kompletter Ausrüstung angeworben werden. Eine Bindung zum Land, dem Landesherrn und seinen politischen Zielen bestand nicht. Nur der Sold band sie an den Kriegsherrn. Folglich wechselten die Söldner oft ins gegnerische Lager, wenn ihnen dort mehr Sold versprochen und bessere Beute in Aussicht gestellt wurde. Den Sold mussten sich die kriegführenden Landesherren immer wieder von den Landständen bewilligen lassen. Daher gingen die Herrscher seit der Mitte des 17. Jahrhunderts dazu über, stehende Heere aufzubauen. Sie schufen sich damit eine wichtige Stütze ihrer Macht nach außen, aber auch nach innen. Der Adel duldete die Entwicklung, denn das Militär bot
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