24 Kultur erhalten geblieben. Keltische Einflüsse sind seit dem dritten vorchristlichen Jahrhundert auch in der Eifel unverkennbar. Man wird die Bewohner der Eifel kaum den Kelten direkt zurechnen können. Vielmehr hatten sie die hohe technische Zivilisation von den benachbarten Stämmen übernommen. Die Kelten haben diesen nördlich der Mittelgebirge und rechts des Rheins siedelnden Stämmen den Namen Germanen gegeben. Die Bedeutung des Namens ist noch nicht eindeutig geklärt; eine Herleitung aus dem germanischen Wort für den Wurfspeer (Ger) gilt inzwischen aber als widerlegt. Heute wird der Namen in der Bedeutung „Nachbarn“ gedeutet. Geschlossene Völker haben weder Kelten noch die germanischen Stämme jemals gebildet. Nicht einmal Griechen und Römer, die sie als „Kelten“ und „Germanen“ zu unterscheiden versuchten, haben sie immer genau voneinander trennen können. Sie fassten unter den Namen Kelten und Germanen die ihnen nach den kulturellen Eigenarten, den in ihren Stämmen vorherrschenden gesellschaftlichen Verhältnissen, Rechtsvorstellungen, den religiösen Bräuchen und nach ihrer Sprache verwandt erscheinenden Stämme zusammen. Völlig falsch war die nationalstaatliche Sicht des 18. und 19. Jahrhunderts, die den Eindruck von zwei exakt voneinander abzugrenzenden, geschlossenen Völkern erweckt hat. Die germanischen Stämme empfanden nicht einmal ein Zusammengehötigkeitsgefühl; oft waren sie sogar miteinander verfeindet.
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