246 kleine Herden konnten daher über den Winter gebracht werden: „Pferde- und Rindviehzucht ist unbedeutend. Eine magere Kuh wiegt 150 bis 200, ein Ochse bis 300 Pfund ... Stallfütterung hat nicht statt; alles Vieh, mit seltener Ausnahme, gehet auf die Weide ... Die Futterkräuter, wie Klee und Consorten, sind in der Eifel seltene Vögel.“452 „Das Wildland und die Gemeindeholzungen sind die einzigen Stützen des Viehstandes.“453 Waldwirtschaft454 Aber gerade die Wälder fand Schwerz in einem beklagenswerten Zustand. Sie waren kaum in der Lage, Brenn- und Baumaterial zu liefern und die Landschaft vor weiterer Erosion zu schützen: „Man sollte sehen und weinen! Ein Land, wie die Eifel, wo es nicht an Raum fehlt, wo der Boden zum Theil keinen Werth für die übrige Cultur hat, weil es an Dung und Dungmaterial gebricht, da heben die Berge von allen Seiten ihre nackten Schädel, welch kein Gesträuch deckt, und wo kein Vöglein ein Schattenplätzchen zu seinem Neste findet. Daher wüthet denn der kalte Nord, der scharfe Nordostwind, daher ist das Regenwasser, welches den Gipfeln entströmt, nur mager und bringt den Thälern kein Heil.“455 Möglichkeiten, den Boden zu verbessern, bestanden bis zur Einführung künstlicher Düngemittel im 19. Jahrhundert kaum. Ausreichende Erträge brachte die Feldwirtschaft nur, wenn sie großflächig (extensiv) geführt wurde. Da das vorhandene Ackerland kaum ausreichte und nur wenig Raum für die Viehweide übrigblieb, musste auch der Waldboden als Anbau- und Weidefläche genutzt werden. Schweine wurden zur Mast in den Wald getrieben und im Winter mit Bucheckern und Eicheln gefüttert. Schafe und Ziegen konnten im Wald gehalten werden und an den Waldrändern geschlagenes Strauchwerk ergänzte die Winterfütterung. Zugleich lieferte der Wald Brandholz, Zaunpfähle und Stallstreu. Auch die Waldimkerei stellte eine wichtige Einnahmequelle dar. Die Jagd, die den größten Beitrag zur Ernährung der Landwirtschaftliche Nutzung der Wiesen Grafik: Andreas Schmickler)
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