Enges Tal und weite Welt

25 Drei Jahrhunderte römische Herrschaft im Rheinland17 Römische Spuren im Sahrbachtal Als Caesar seine Truppen während der Gallienfeldzüge zwischen 58 und 50 v. Chr. an den Mittel- und Niederrhein führte, eroberte er kein unbevölkertes und kulturloses Niemandsland. Die bis ins 20. Jh. hinein als abgelegen, arm und rückständig geltende Eifel sollte in römischer Zeit eine zentrale Lage einnehmen. Fernstraßen verbanden die bedeutenden Zentren am Rhein mit den Städten an der Mosel und führten weiter nach Gallien, Wasserleitungen versorgten die Römerstädte an Rhein und Mosel, die Ahr lieferte Wein, die abgelegenen Waldgebiete Vieh und Holz. Bergwerke versorgten Handwerk und Gewerbe u.a. mit Zink, Blei, Eisen, Kupfer, Silber aber auch mit Bau- und Mühlsteinen, Kalk, Tuff und Basalt. In seinem Bericht über den Gallischen Krieg nannte Caesar zum ersten Mal die von seinen Eroberungen betroffenen Volksstämme. An der Mosel siedelten die Treverer, die Eburonen in der Eifel, den Ardennen und dem Land zwischen Rhein und Maas. Hauptort der Eburonen war Aduatuca, das heutige Tongern in Belgien. Die Treverer scheinen germanische Wurzeln gehabt zu haben, waren aber bereits eindeutig Träger keltischer Kultur. Sie kannten stadtähnliche, befestigte Siedlungen (oppida), die ihnen als Herrschafts- und Handelszentren dienten. Auch die Eburonen zeigten deutlich keltische Einflüsse. Sie klingen bis heute in den von den Römern übernommenen Ortsnamen Bad Breisig (Brisiacum), Kesseling (Casloaca), Remagen (Rigomagus) und Sinzig (Sentiacum) nach. Namensbildungen Das römische Reich und seine Provinzen zur Zeit seiner größten Ausdehnung unter Kaiser Trajan (um 117 n. Chr.) Grafik: Wikipedia Jani Niemenmaa

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