Enges Tal und weite Welt

252 wurde das im Winter geschlagene Buchen- oder Eichenholz in Stücken von etwa einem Meter Länge in zwei Halbkreisen um die Meilerplatte aufgestellt. Eine verbleibende schmale Gasse diente der Anfahrt des Holzes. In der Mitte der Platte richtete der Köhler schließlich den Kamin auf. Dieser auch Quandel oder Fülle genannte Schacht bestand entweder aus kreuzweise aufgeschichteten und mit Reisig gefüllten Ästen, aus einer mit Reisig umwickelten Holzstange, in der Eifel aber meist aus drei langen, in den Boden gerammten und mit zwei Eisenringen von etwa 30 cm Durchmesser zusammengehaltenen Fichtenstangen. Gegen den Kamin stapelten die Köhler eine erste Lage senkrecht, eng aneinander gestellter Stämme, die nach außen zunehmend schräger standen. Hatte diese erste, auch erstes Gesetz genannte Lage einen begehbaren Durchmesser erreicht, wurde der Kamin verlängert bzw. die drei Fichtenstangen mit dem zweiten Eisenring befestigt und dagegen die zweite Schicht aufgestellt. Auf dieses zweite Gesetz legte der Köhler kürzere Hölzer, bis der Meiler die Form eines abgeflachten Kegels oder einer Halbkugel mit einem Durchmesser von 6 bis 7 Meter angenommen hatte. Darauf kam eine Schicht aus Gras, Moos, Laub oder Reisig, das Rau(c)hdach, und zuletzt eine etwa 6 cm dicke Schicht Erde. Dieses Erddach wurde angefeuchtet und festgeklopft, um es lückenlos zu schließen und begehbar zu machen. Der Betrieb eines Meilers Jetzt entzündete der Köhler auf der Kuppe des Meilers zunächst das Vorfeuer aus den Holzkohleresten eines früheren Meilers, schaufelte es nach seinem Durchglühen in den Feuerschacht, füllte diesen mit Holzkohle auf und verschloss ihn fest mit einer Rasenplagge. Etwa acht bis zwölf in den Meilerfuß eingestochene Zuglöcher setzten daraufhin den Verkohlungsprozess in Gang. Durch Schließen und Öffnen der Zuglöcher und dem späteren Einstechen von Rauchlöchern steuerte der Köhler nun einen Schwelbrand, der sich vom Zentrum der Fülle in alle Richtungen nach außen ausbreitete. Bis die Glut im Schacht die Meilerkuppe erreicht hatte, musste der Köhler die Fülle weiterhin mit Ast- und Knüppelholz nachfüllen. In dieser, Fütterung genannten Phase, verdampfte in den beiden ersten Tagen zunächst das im Holz enthaltene Wasser mit weißem Rauch. Es folgten die flüchtigen Bestandteile Aceton, Holzessig und Grafik: nach G. Knoll, Bergbau im Sahrbachtal.

RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=