Enges Tal und weite Welt

253 Methanol (Holzgeist), die den Rauch gelb färbten. Schließlich deutete eine blaue Flamme den Übergang des Schwelbrandes von der endothermen in eine exotherme Phase an. In ihr breitete sich die Verkohlung ohne weitere Energiezufuhr von außen aus. Die Aufgabe des Köhlers bestand jetzt darin, die Verkohlung gezielt zur Meilerbasis zu lenken. Dazu stach er ab dem dritten Tag eine Reihe von Rauchöffnungen in den oberen Abschnitt der Meilerflanken. Sobald der austretende Rauch seine Farbe veränderte, verschloss der Köhler die alten Rauchöffnungen und stach etwa einen halben Meter tiefer neue Löcher ein. Im Meiler verlief ein Prozess, den man trockene Destillation nennt. Dabei traten am unteren Rand des Meilers Holzessig und Holzkohlenteer aus. In alter Zeit versickerten sie ungenutzt im Erdreich. Heute sind sie gefragte Nebenprodukte. Ihre fäulnishemmende Wirkung kannte man schon früher, nutzte sie zur Imprägnierung von Holz und zur Abwehr von Insekten. Holzessig fand Anwendung bei der kalten Räucherung von Fleisch, er diente zur Herstellung von Farben und half in gereinigter Form gegen Hautkrankheiten. Während der Verkohlung verlor der Meiler täglich etwa einen halben Meter an Höhe. Die dabei entstandenen Risse und Spalten in der stets feucht zu haltenden Meilerdecke musste der Köhler sorgfältig verschließen, um einen Einbruch des Meilers oder sein Abbrennen zu verhindern. 10 bis 14 Tage nach dem Anzünden war ein optimal verlaufender Verkohlungsprozess je nach Holzart und Größe abgeschlossen. Weitere 24 Stunden benötigte das Abkühlen, bevor der Köhler den Meiler stückweise öffnen, die vor dem Wiederverschließen an einem Tag zu gewinnende Holzkohle aus dem Erdreich harken und nach Größe und Qualität sortiert in Säcke verpacken und ins Tal transportieren konnte. Ein typischer, aus etwa 70 Raummetern errichteter Meiler lieferte etwa zehn Tonnen Holzkohle. Meilerplätze im Sahrbachtal Name Lage nach Geo WGS 84 (N,E) Hoch Rechts Nähe Stollen „Alter Berg“ 50 30 38 6 54 31 westl. Stollen „Alter Berg“ 50 30 38 6 54 23 südl. „Alter Berg“ (oberhalb der Weggabelung) 50 30 27 6 54 20 Dreiseiffen 50 31 20 6 54 42 Dreiseiffen 50 31 23 6 54 35 Dreiseiffen 50 31 33 6 55 02 Binzenbacher Tal 50 31 20 6 54 32 Effelsberger Bach 50 31 17 6 54 42 Effelsberger Bach (Seitental) 50 31 00 6 53 19 Straßenkehre unterhalb Kirchsahr 50 31 14 6 53 52 Burgsahr 50 30 36 6 55 82 oberhalb „Alter Stollen“ 50 30 56 6 54 24

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