26 aus „daun“ gehen auf dunum zurück, womit die Kelten kleinere, befestigte Siedlungen bezeichneten. Der Name Hohe Acht für den höchsten Berg der Eifel leitet sich vom keltischen akaunon für Fels ab. Die Ahr dürfte ihren Namen bereits in vorkeltischer Zeit erhalten haben. Die Kelten benutzten das Wort ar/ara gleichermaßen für Wasser, Quelle, Bach und Fluss. Im Namen des Sahrbachs ist das indogermanische ser/sor für fließen erhalten geblieben. Im Kreisgebiet trafen beide Volksgruppen aufeinander. Die Ahrregion bildete damals aber nicht mehr als einen dünn besiedelten Grenzsaum. Nach einer Strafaktion Caesars, bei der 53 v. Chr. die Siedlungen der aufständigen Eburonen geplündert und zerstört und ihr gesamter Adel ausgelöscht wurde, ließ Agrippa als Statthalter von Gallien (40 – 37 und 20/19 v. Chr.) die Übersiedlung germanischer Stämme aus den rechtsrheinischen Gebieten zu. Den Ubiern wurde die Kölner Bucht zugewiesen. Als Verbündete Roms sollten sie die Grenzkontrolle zum rechtsrheinischen Germanien sicherstellen. Hauptort ihres neuen Siedlungsgebiets wurde das Oppidum Ubiorum, das 50 n. Chr. als Colonia Claudia Ara Agrippinensium, dem späteren Köln, zu einer Stadt mit vollem römischem Stadtrecht erhoben wurde. Es sollte zum Zentrum einer geplanten großgermanischen, bis zur Elbe reichenden Provinz werden. Die überlebenden Eburonen scheinen im Stamm der Ubier aufgegangen und in die dünn besiedelten Randgebiete ausgewichen zu sein. Als eigenständiger Stamm traten sie seither nicht mehr in Erscheinung. Für die Menschen des abgelegenen und waldreichen Grenzlandes der Eifel blieb der Wechsel der Führungsschicht ohne sichtbare Folgen. In den Jahren 12 bis 8 v. Chr. leiteten die Stiefsöhne von Kaiser Augustus, Tiberius (42 v. Chr. – 37 n. Chr.) und Drusus (38 – 9 v. Chr.) Militäroperationen gegen rechtsrheinische Germanenstämme. Seit dieser Zeit war das römische Imperium dauerhaft militärisch am Rhein präsent. Die wichtigsten Legionslager unterhielt Rom um diese Zeit am Niederrhein bei Bonn, Neuss, Xanten und Nimwegen. Von hier aus unternahmen sie militärische Vorstöße in das rechtsrheinische Germanien bis an Elbe und Saale. Die Anlage großer Militärlager in Haltern an der Lippe und bei Waldgirmes an der Lahn (zwischen Wetzlar und Gießen) seit etwa 5 – 4 v. Chr. sind sogar Hinweise die Erschließung des Gebiets zwischen Rhein und Elbe und Bildung einer rechtsrheinischen Provinz Germania magna. Die verheerende Niederlage des kaiserlichen Statthalters in Gallien und Germanien, Publius Quinctilius Varus, im Jahre 9 n. Chr. führte nach Meutereien der Rheinlegionen (14 n. Chr.) und weiteren vergeblichen Feldzügen bis 16 n. Chr. zu einem endgültigen Rückzug Roms auf die linke Rheinseite. Das Gebiet wurde jetzt ein eigenenständiger Heeresbezirk, der verwaltungstechnisch der Provinz Gallien zugeordnet war. Der Rhein bildete fortan die östliche Grenze des Römischen Reiches, die linke Rheinseite blieb Aufmarsch- und Rückzugsgebiet für die zwölf hier stationierten Legionen. Nur noch vereinzelt führten Vorstöße von hier aus in die rechtsrheinischen Gebiete Norddeutschlands bis zur Elbe.
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