Enges Tal und weite Welt

260 Die Holzemer Mühle muss dem „Radioteleskop von Binzenbach“ weichen Das Ende des Mühlengebäudes am Effelsberger Bach kam, als die modernste Technik im benachbarten Effelsberg Einzug hielt. Pläne zum Bau eines großen Radioteleskops reichten bis in die frühen 60er-Jahre zurück. Nachdem eine Zusage der Stiftung Volkswagenwerk Ende 1964 die Finanzierung sichergestellt hatte, musste zunächst die Standortfrage geklärt werden. Fest stand, dass nur ein in nordsüdlicher Richtung verlaufendes Tal mit optimalem Blick auf das Milchstraßenzentrum infrage kam. Felsiger Untergrund musste eine sichere Fundamentierung und damit Schutz vor zu starken Bodenerschütterungen garantieren, seine abgeschiedene Lage ohne direkte Nachbarschaft zu Hochspannungsleitungen und Rundfunk- und Fernsehsendern sollte vor Störstrahlung und Lärm schützen. Über 30 Standorte erfüllten diese Anforderungen und kamen in eine engere Auswahl. Die letzte Entscheidung fällten aber nicht allein die Wissenschaftler. Alle Bundesländer sollten bei der Zuweisung großer Forschungseinrichtungen angemessen bedacht werden. Da in Nordrhein-Westfalen bis dahin ein vergleichbares Projekt fehlte, erhob das Land erfolgreich Anspruch. Mit der Gründung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie in Bonn am 1. Juli 1966 geriet zugleich die Eifel in die engste Auswahl. Alles sprach für das von Effelsberg nach Binzenbach hinabführende Tal. Der Standort hatte nur einen Schönheitsfehler: Über den Bauplatz verlief der Effelsberger Bach, der an dieser Stelle die Gemeindegrenze zum Ortsteil Binzenbach und zugleich Kreis- und Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz bildete. Die Die Holzemer Mühle kurz vor dem Abriss (vor 1967) Sammlung W. Brüggemann

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