262 Bergbau und Metallerzeugung476 „…Es gibt auch herliche Ertz-, Silber-, Bley- und Eisengruben…“ Eine Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen konnte erst in der Zeit eines länger anhaltenden Friedens zu Anfang des 18. Jahrhunderts eintreten. Erst jetzt fanden sich Unternehmer bereit, in größere Projekte zu investieren. Dazu zählten insbesondere die Förderung und Verhüttung von Erzen. Bergbau und Hüttenbetrieb reichen in der nördlichen Eifel mit Sicherheit bis in römische Zeit zurück und hatten im Ahrgebiet Schwerpunkte bei Blankenheim, Schmidtheim, Dollendorf und Neuenahr. Kupfererz wurde seit dem Mittelalter in Herschbroich, Breitscheid und Heckenbach abgebaut. Erste schriftliche Nachrichten stammen aus dem 11. Jahrhundert. Aus der 1550 im Druck erschienenen Cosmographei Sebastian Münsters ist zu erfahren: „Onfern von der Graveschafft Manderßheid in den Herrschafften Keila, Kronenberg und Sleida im Thal Hellental macht man fürbindig gůt Schmideisen, man geüßt auch Eisenöfen, die ins Oberland, als Schwaben und Francken verkaufft werden.“ Und Matthaeus Merian berichtete 1646 in seiner Topographica: „Es gibt auch herliche Ertz-, Silber-, Bley- und Eisengruben.“ Auch im Herrschaftsgebiet der Herzöge von Aremberg hatte die Eisenindustrie mit dem Erzabbau bei Lommersdorf und Freilingen und der Verhüttung in der Ahrhütte und in der Stahlhütte bereits im 16. Jahrhundert eine erste Blüte erreicht. Vor allem die hier gefertigten Ofenplatten (Taken) fanden Verbreitung bis nach Belgien und Frankreich. In den benachbarten Hütten (u.a. in Jünkerath) nutzte man arembergisches Eisen als Beimischung zu eigenen Eisensorten. Im 18. Jahrhundert bevorzugten es die Waffenwerke von Lüttich. Die ersten Versuche Im Sahrbachtal sind bei Burgsahr, Binzenbach, Kirchsahr und oberhalb davon bei Plittersdorf und Hürnig zum Teil bis in das 16. Jahrhundert zurückreichende Stollen oder Schürfstellen des Blei-, Zink- Eisen- und Silberbergbaus zu finden. In älterer Zeit grub man zunächst nur den durch Verwitterung an der Erdoberfläche herausragenden härteren Gesteinsschichten nach. Vor allem die als scharfer Grat aus den Berghängen ragenden Schichten von Quarz (SiO2) galten als Indiz für Erzvorkommen. Weitere Hinweise waren bestimmte Pflanzen, niedrig wachsende Bäume, Verfärbungen des Quellwassers und fehlender Reif im Winter. Die Lagerstätten hatten sich als Folge einer vor etwa 300 Millionen Jahren einsetzenden Auffaltung des Rheinischen Schiefergebirges zu bilden begonnen.
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