265 einer Bleikaul (Bley Koll). Diese Grube kann nichts anderes als ein Pingenzug gewesen sein. Die Bleikaul führte vom Giesenbach (Giisenbach) den Hang hinauf und begrenzte den Silberbusch nach Süden. Die Grenzbeschreibung kann damit heute als ältester schriftlicher Beleg für eine bergbauliche Tätigkeit im Sahrbachtal gelten. Die Grube Silberbusch479 Vom Silberbusch nahm etwa 150 Jahre später auch der mit größerem technischem Aufwand betriebene Untertagebergbau seinen Ausgang. Jetzt versuchte man, tiefere Schichten über Schächte zu erreichen. Diese hatten einen Durchmesser von etwa einem Meter und konnten in eine Tiefe von bis zu 30 Metern führen. An ihrem Ende folgte man den meist gewundenen Erzadern. Spätestens bei einer Länge von 20 Metern machten jedoch mangelhafte Luftzufuhr und Grundwassereinbrüche einen weiteren Vortrieb unmöglich. Die erste schriftliche Nachricht über den unternehmerisch geführten Untertagebergbau im Sahrbachtal ist ein Vertrag aus dem Jahre 1728480, in dem das Kapitel des Stifts Münstereifel den beiden Stiftsherren Chrysantus Schmitz und Josef Callenberg samt deren Erben das Recht erteilte, an dem im Sahrbachtal (in der Saahr) gelegenen Silberberg ein Bergwerk zu eröffnen. Auf dem Gebiet der Gemeinde Kirchsahr führt zwar kein Berg den Namen Silberberg, etwa 100 m südlich der nach Effelsberg führenden L 76 (etwa bei km 0,5) liegt aber auf einer Anhöhe der bereits erwähnte Silberbusch. Die Kuppe ist von zahlreichen Pingen durchzogen. Ihr Verlauf folgt der später vom Giesenbachtal aus erschlossenen Erzader. Im Vertrag von 1728 verpflichteten sich die beiden Bergsgenossen, den Ausbau zügig voranzutreiben, und mussten anerkennen, nach vierjährigem Stillstand der Arbeiten ihre Berechtigung (Belehnungh) zu verlieren Nach den Erfahrungen der vorausgegangenen Kriegs- und Seuchenzeiten fügte man aber eine Ausnahmereglung bei unverschuldeten Verzögerungen hinzu. Das Holz für den Ausbau der Stollen und den Betrieb der gleichzeitig geplanten Bleihütte sollte zu günstigen Preisen aus den Wäldern der Münstereifeler Grundherrschaft geliefert werden. Werkzeug der Bergleute Grafik: nach J. G. Vogt (Hrsg.), Die Illustrierte Welt der Erfindungen. Band 1. Verlag von Ernst Wiest Nachf., Leipzig 1895.
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