266 Für den Fall unvorhersehbar hoher Kosten sagte das Stift sogar die kostenlose Lieferung zu. Dafür war das Stift mit einem Zehntel an den Erträgen beteiligt. Nach Aufnahme des Förderbetriebs sollten Aufbereitungs- und Verhüttungsanlagen (Hühtten Wercks und Schmeltz Fabricquen) entstehen. Das für deren Betrieb benötigte Wasser konnte gegen die jährliche Zahlung eines Reichstalers entnommen werden. Als Inhaber des Bergregals stand auch dem Erzbischof als oberstem Landesherren ein Zehntel der Erträge (Bergzehnt) zu. Die Abgaben wurden aber nicht auf das geförderte Erz, sondern vom geschmolzenen Metall erhoben481, besteuerten also auch den zur Verhüttung der Erze erbrachten Aufwand von Arbeit, Energie und Kapital. Die ersten Bergbauunternehmer Die beiden 1728 als Betreiber der Mine auftretenden Stiftsherren waren Angehörige des Stifts Münstereifel, das in Kirchsahr über allen Grundbesitz verfügte und zugleich hoheitliche Befugnisse besaß. Die Stiftsherren hatten die Priesterweihe empfangen und lebten mit festen Einkünften ausgestattet mit anderen Klerikern in einer Gemeinschaft. Ein Armutsgelübde nach Art der Mönche hatten sie nicht abgelegt und so durften sie durchaus eigenes Vermögen ansammeln und in lohnende Geschäfte investieren. Von Chrysantus Schmitz ist bekannt, dass er als Sohn des arembergischen Rentmeisters auf der Saffenburg geboren wurde und mit einer Stiftung von 3.584 Talern, der Überlassung von Grundstücken und weiteren testamentarischen Schenkungen 1716 die Gründung einer zweiten Schule für Mädchenbildung in Münstereifel ermöglichte. Sie erhielt 1718 die landesherrliche und 1733 die erzbischöfliche Bestätigung. Die Zum Namen Jesu genannte Schule wurde von Nonnen geleitet und stand unter der Aufsicht des Stiftsdechanten. Zwei Jahre vor der Zusammenlegung mit der älteren, bereits 1594 gestifteten Mädchenschule umfasste das Stiftungsvermögen einen Hof in Scheuren, der 89 Taler Pacht einbrachte, Grundstücke in Münstereifel mit einem Gesamtertrag von 20 Talern und Kapitalien, die jährliche Zinsen in Höhe von 70 Talern eintrugen. Davon konnten 72 Schülerinnen unterrichtet werden. Chrysantus Wilhelm Schmitz starb kurz vor dem 18. August 1751 (Eröffnung des Testaments vom 20.5. 1751).482 Grubenlampe und Steigerlampe der Kirchsahrer Bergleute Sammlung der freiw. Feuerwehr Kirchsahr Foto: Werner Fischer (2014)
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