268 Die Bleischmelze in Binzenbach Die Verhüttung der in den Gruben des Giesenbachtals gewonnenen Erze erfolgte vermutlich schon seit 1728 in Binzenbach. Die 1805 verfasste Beschreibung des Grubenfeldes Glücksthal erwähnt hier eine Alte Schmelze, die in einem späteren Bericht von 1852 als Schmiede, genannt die alte Schmelze erscheint. Die Aufstellung der Hofstellen in Winnen aus dem Jahre 1784487 nennt einen Anton Weber ex (aus) Schmelz ex Bintzenbach. Die genaue Lage ergibt sich aus der Tranchot-Karte von 1809, die auf der linken Seite des Sahrbachs zwischen Dreiseiffen und Binzenbach drei größere Gebäude zeigt. Das bachabwärts, hinter der Einmündung des aus dem Heidenthal kommenden Bachs gelegene Gebäude war die Schmelze, an deren Stelle heute eine Garage steht. Der Fund eines aus Bruchsteinen errichteten Kanals, der Wasser zu einer Erzwäsche führte, sowie Schmelz- und Holzkohlerückstände in den dahinter gelegenen Wiesen bestätigen diese Vermutung. Die Meiler zur Herstellung der Holzkohle standen an den Westhängen der dort zu beiden Seiten einmündenden Seitentäler (Heidenthal und Effelsberger Bachtal). In ihrer ursprünglichen Funktion erscheint die Schmelze in den Akten allerdings nur bis 1816 und dürfte demnach spätestens nach Errichtung der Hütte Glücksthal aufgegeben und seither als Schmiede genutzt worden sein. Die Betreiber scheinen nach Kirchsahr abgewandert zu sein. Noch in unserer Zeit nannte man die dort wohnende Familie Paffenholz „Schmelzer“ und die aus der alten Schmiede stammende Familie Bungart hieß im Dorf „Schmitte“. Alte Schmiede in Binzenbach, davor der 1889 in Binzenbach geborene Gefängnispfarrer Heinrich Rupperath Foto: vor 1966 Sammlung Fam. Bongartz, Kurtenbach
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