Enges Tal und weite Welt

269 Das Grubenfeld Glücksthal Im 19. Jahrhundert teilte sich das Gemeindegebiet in drei Grubenfelder. Nach Süden reichte das Feld Hochthürmen bis an den Sahrbach, der die nördliche Grenze des Feldes Glücksthal bildete. Sahrsegen reichte über den Bach bis Burgsahr und Wingertshardt hinaus. Für das 2500 ha große Feld Glücksthal hatte nach dem Bericht Calmenets der Kaufmann Johann Christian Schmitz aus Flamersheim nach zweijährigen Vorarbeiten am 5. Juli 1805 für 50 Jahre die Konzession zur Gewinnung von Blei und Kupfer erhalten. Es umfasste die Bleibergwerke bei Mutscheid, Willerscheid und Hummerzheim und schloss auch die Gruben am Silberberg/Silberbusch, im Giesemnicher Thal, und die Bleiglanzlager am Hürnigskopf (Hornigkopf) ein. Im Sahrbachtal scheint Schmitz die Ausbeutung der älteren Gruben jedoch nicht weiter verfolgt zu haben. Im Giesenbachtal ist erst wieder für das Jahr 1850 Bergbautätigkeit nachzuweisen. Die Erben von Johann Christian Schmitz verkauften die Konzession 1843 an die Metallurgische Gesellschaft Stolberg. Die Grube hatte zuvor mehrere Jahre stillgelegen. Die Gesellschaft war 1838 von belgischen Kaufleuten gegründet worden und verfolgte auf beiden Rheinufern den Aufkauf aller kleinen Bergwerke.488 Hauptkapitalgeber waren Charles James Cockerill und sein Bruder John. Sie waren 1802 ihrem Vater William nach Belgien gefolgt und hatten eine moderne Wollspinnerei und Maschinenbauanstalt eröffnet. 1817 gründeten beide ein Unternehmen, das Hochöfen, ein Stahl- und Walzwerk, eine Maschinenfabrik, eine Kesselschmiede, Flachsspinnereien, zwei Steinkohlebergwerke und eine Erzgrube umfasste. 1807 hatten sie das Unternehmen ihres Vaters übernommen. 1814 richteten die Brüder in Berlin eine Wollspinnerei und Maschinenbauanstalt ein. Das Unternehmen entwickelte sich zur William Cockerill, geb. 1759 in Haslington, Lancashire, gest. am 23.1. 1832 in Aachen. Er siedelte 1798 von England nach Belgien über und übernahm 1799 in Verviers eine Stahl- und Maschinenbaufabrik. 1807 gründete er bei Lüttich eine Textilfabrik und 1817 eine Eisengießerei und Maschinenfabrik. H. F. Macco, Beiträge zur Geschichte rheinischer Adels- und Patrizierfamilien, Bd. 4, 1905. John Cockerill, geb. am 3.8. 1790 in Haslington, Lancashire, gest. am 19.6. 1840 in Warschau, Sohn von William Cockerill H. F. Macco, Beiträge zur Geschichte rheinischer Adels- und Patrizierfamilien, Bd. 4, 1905. Johann Christian Schmitz, geb. am 11.9. 1770 in Flamersheim, gest. am 16.5. 1840 in Flamersheim, seit 1798 verh. mit Helena Catharina Peltzer, Tochter eines Stolberger Kupfermeisters.

RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=