Enges Tal und weite Welt

276 von 1911 muss in diesem Bereich aber noch um 1870 Antimon und Blei abgebaut worden sein („Es wurde in diesem Bergwerke vor etwa 40 Jahren viel Antimon und Blei gebergt“). Seit 1901 teufte man einen neuen Schacht auf 18 Meter Tiefe ab. Da dieser aber trotz des Einsatzes von Pumpen voll Wasser lief, grub man einen 50 m langen Stollen zur Entwässerung. Die Schulchronik berichtet: „In diesem Jahre wurde das Bergwerk in „Dreiseifen“ Conzession „Sahrsegen“ wieder in Betrieb gesetzt. Der Hauptschacht war ganz mit Wasser angefüllt. Da dasselbe mittels Pumpen nicht entfernt werden konnte, wurde von „Dreiseifen“ ein 50 m langer Stollen durch den Berg getrieben, durch welche das im Schachte befindliche Wasser abgeleitet wurde. Es wurde eine ziemlich starke Erzader (Blei) entdeckt. Gebergt wurde nichts, da die jetzigen Besitzer das Bergwerk verkaufen wollen“. Nach dem gescheiterten Versuch stellte man die Arbeiten 1903 ein. In den Jahren 1906 – 1908 blieb der Vortrieb eines Erkundungsstollens etwas oberhalb des alten Stollens ebenfalls ohne Erfolg. 1911 waren nach Auskunft der Linder Schulchronik in dem „in Dreiseifen gelegenen Bergwerk Sahrsegen“ erneut mehrere Bergleute beschäftigt. Der Abbau des vorgefundenen Bleis, Kupfers, Antimons und von Zinkblende scheint aber nicht lohnend gewesen zu sein. Die vor dem Stollen aufgeschüttete Abraumhalde setzt sich nach oben bis zu einem etwa ein Meter breiten, auf einer Länge von zwölf Metern quer zum Hang geführten Schürfgraben fort. Zahlreiche Felsaufschlüsse und Pingen in gleicher Höhe zeugen von weiteren Versuchsgrabungen. Die vermutlich von der Stollberger Zink betriebene Grube ist in der topographischen Karte eingetragen. Ein älterer Stollen ist unterhalb eines Waldwegs kurz über dem Bett des mittleren Bachlaufes zu finden. Unsicher muss bleiben, ob es sich dabei um die Grabung von 1855/ 1857 oder um den 1901/1903 angelegten Entwässerungsstollen handelt. Der durch ein Gitter verschlossene Stollen von 1906/1908 und 1911 liegt oberhalb des Waldwegs. Heute erreicht man die Grube über die große, als Wanderweg 9 ausgewiesene Forststraße, die oberhalb dieser Stelle in einer Kurve als Holzlagerplatz ausgebaut ist. Das Grubenfeld Hochthürmen Spuren bergbaulicher Tätigkeit finden sich auch bei Winnen am oberen Eingang eines ebenfalls Dreiseiffen genannten Seitentäler. Hier traf Oberbergrat Jung im September 1852 auf seiner im Auftrag des Oberbergamts Düren unternommenen BesichtigungsAm 10. November 1989 zwängten sich zwei Jäger aus Binzenbach und Burgsahr bei der Verfolgung eines Dachses durch ein Schutzgitter. Kriechend kamen sie 50 m weit zu einem Schacht. Im Licht ihrer Taschenlampe konnten sie ihn, an die Stollenwand gepresst, umgehen und fanden schließlich auch drei Dachse. Auf dem Rückweg erlosch die Lampe und einer der Jäger stürzte in den 20 m tiefen Schacht. Auf dessen Grund lag ein entsorgtes Fahrrad und aus dem Boden ragte ein Stahlrohr empor. Nach ersten, vergeblichen Rettungsversuchen von Burgsahr aus kam die Altenahrer Feuerwehr zu Hilfe. Ein Wehrmann seilte sich zu dem Schwerverletzten ab. Man zog ihn nach oben und trug ihn auf einer Trage durch den Wald zum Rettungswagen. Tödliche Verletzungen wären unter den im Schacht herrschenden Bedingungen wahrscheinlich gewesen, aber auch die zahlreichen Knochenbrüche und schweren Blutergüsse verlangten vier Wochen Aufenthalt im Adenauer Krankenhaus.

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