279 Bergbau in der Nachbarschaft Die Grube Glückstal504 Nach dem Erwerb der Konzession für das Grubenfeld Glücksthal hatte Johann Christian Schmitz 1805 zunächst etwa 350 m südöstlich von Willerscheid ein aus älterer Zeit stammendes Stollensystem eröffnet. Der Abbau von Blei scheint hier bereits um die Mitte des 16. Jahrhunderts betrieben worden zu sein, war dann aber nach mehreren Unterbrechungen um 1748 ganz zum Erliegen gekommen.505 Die Tranchot-Karte von 1809 kennzeichnet die am Hang des dort vorbeifließenden Lamerbachs (Luttersbach) angelegte Grube als Bleibergwerk (Mine de Plomb). Zur Aufbereitung und Verhüttung des Erzes entstand unterhalb des Zusammenflusses von Brobach (Prupbach, Brüpbach) und Lamersbach an der Stelle einer schon im 16. Jahrhundert als Schmelze betriebenen, inzwischen als Mühle genutzten Anlage eine neue Schmelzhütte mit Erzwäsche, Pochwerk, zehn Öfen und einem zweigeschossigen Wohnhaus. Ein weiterer Ofen zur Entschwefelung der Bleierze wurde wegen der giftigen Emmissionen etwa 250 m nordwestlich erbaut. Der gesamten Anlage gab Schmitz, ebenso wie dem Grubenfeld, den Namen Glücksthal, der sich bis heute in der Bezeichnung für das auf die Landstraße 165 stoßende Tal erhalten hat. Nach dem Bericht Calmenets hatte auch ein Kanoniker aus Münstereifel am Brobach eine Schmelze für seine im Giesemnicher Thal eröffnete Mine eingerichtet. Ihre Entfernung zu der im Sahrbachtal betriebenen Grube legt den Schluss nahe, dass der von Calmenet genannte Kanoniker vor 1805 auch an den Gruben in Willerscheid und Hummerzheim beteiligt war und hier eine eigene Schmelze betrieben hat. Der Betrieb von zwei Bleischmelzen wird ihm auf Dauer nicht lohnend erschienen sein, sodass er das Hüttenwerk in Binzenbach nach einem Brand vor 1805 aufgab. Calmenet hat die Bleischmelze Glücksthal sehr ausführlich beschrieben. Sie wird größer als der Betrieb in Binzenbach gewesen sein, sich in Aufbau und Arbeitsweise aber kaum unterschieden Pochwerk (ehemalige Saigerhütte Grünthal, Erzgebirge) Foto: Wikipedia, Norbert Kaiser
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