294 Anspruch. Einen geringen Teil der Erlöse wandte die Regierung für den Unterhalt der neu gestalteten Kirchenorganisation auf. An die Stelle der mehr als tausendjährigen Erzbistümer und Bistümer traten Einrichtungen, die hinsichtlich ihrer kirchenrechtlichen Stellung, ihrem Aufbau und ihrem Wirkungsbereich völlig mit den alten Traditionen brachen. Mainz wurde zum Bischofssitz für das Donnersberg-Departement, Trier bildete den kirchlichen Mittelpunkt des Saar-Departements. In Aachen, das seinerseits wiederum zum Erzbistum Mecheln im heutigen Belgien gehörte, residierte ein Bischof für das Roer- und das Rhein-Mosel-Departement. Auch Kirchsahr unterstand diesem Bischof. Die Bischöfe ernannte der französische Kaiser, dem Papst blieb allein ein Bestätigungsrecht. Wie bei den Präfekten stammten die Bischöfe ausschließlich aus dem französischen Kernland, in Aachen und Mainz immerhin aus dem Elsass. Die Bischöfe ernannten die Pfarrer. Alle Geistlichen hatten dem Staat, der sie besoldete, einen Treueeid zu leisten. Die neue Pfarrorganisation deckte sich mit den Kantonen. Für jeden Kanton war eine Hauptpfarre vorgesehen. Auf der Ebene der Mairien entstanden Hilfspfarren, die wiederum mehrere Hilfspfarrkirchen (Sukkursale) umfassten. Kirchsahr war eine solche nachgeordnete Pfarre geworden. Mit Höningen, Kesseling, Lind und Vischel gehörte sie zur Pfarre Brück, die wiederum dem Kantonspfarrer in Ahrweiler unterstand. Der Deutsche Kaiser geht Unter den verbliebenen weltlichen Fürsten des Deutschen Reiches bestand keine Einigkeit mehr. Ein großer Teil von ihnen stellte sich auf die Seite Napoleons, von dem Napoleon als Königsbäcker: Napoleon zieht mit einem Schieber frischgebackene Könige von Bayern, Württemberg und Baden aus dem Ofen. Im Hintergrund der Backstube knetet sein Außenminister Talleyrand den Teig für die künftigen Könige von Polen und der Türkei. Karikatur von James Gillray, London, 1806 Foto: Wikipedia
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