298 Das Sahrbachtal im 19. Jahrhundert Die Preußen kommen Auf ihrem Vormarsch gegen die französische Armee richtete Preußen seit 1813 in den eroberten Gebieten Generalgouvernements ein. Die Länder zwischen Rhein, Maas und Mosel und mit ihnen Kirchsahr kamen an das Generalgouvernement Nieder- und Mittelrhein. Der Wiener Kongress sprach 1815 die Rheinlande endgültig Preußen zu. Zwei am 5. April 1815 ausgestellte und am 15. Mai 1815 veröffentlichte Besitzergreifungspatente522 König Friedrich Wilhelm III. bildeten den ersten Schritt zu einer Eingliederung der wieder- bzw. neugewonnenen Gebiete in das Königreich. Die bereits vor dem Einmarsch der Franzosen preußischen Territorien wurden zunächst unter ihren alten Bezeichnungen als Herzogtümer Kleve, Berg und Geldern, Fürstentum Moers und als Grafschaften Essen und Werden wiederhergestellt, während der König die Neuerwerbungen, darunter auch das ehemalige Kurfürsfürstentum Köln, zum Großherzogtum rhein zusammenfasste. Die Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzialbebehörden vom 30. April 1815523 errichtete schließlich die beiden Provinzen Jülich-KleveBerg und Niederrhein. An ihrer Spitze stand je ein Oberpräsident mit Sitz in Köln bzw. Koblenz. Ein Jahr später folgte am 22. April 1816524 die Eröffnung der Regierungen. In der Provinz Jülich-Kleve-Berg waren es Düsseldorf, Köln und Kleve525, in der Provinz Niederrhein wurden Koblenz, Trier und Aachen Sitz eines Regierungspräsidenten.526 Im Jahre 1822 vereinigte man die preußischen Länder am Rhein schließlich zu einer Provinz unter einem Oberpräsidenten mit Sitz in Koblenz.527 Erst nach 1830 setzte sich für die neue Provinz die Bezeichnung Rheinprovinz durch.528 Zugleich entwickelte sich erst jetzt Friedrich Wilhelm III., geb. am 3.8. in Potsdam, gest. am 7.6. 1850 in Berlin, seit 1797 König von Preußen. Gemälde 19. Jh. Foto: Heraldik-Wiki Wappen der Provinz Rheinland H. G. Ströhl, Deutsche Wappenrolle. enthaltend alle Wappen, Standarten, Flaggen, Landesfarben und Kokarden des Deutschen Reiches, seiner Bundesstaaten und regierenden Dynastien. Julius Hoffmann, Stuttgart 1897.
RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=