31 Eine römische Hofanlage bei Burgsahr20 Etwa 80 m nördlich der durch das Sahrbachtal führenden Landstraße 76 finden sich in Höhe von km 2,6 zwischen den hier verlaufenden Bächen Großer und Kleiner Entenbach am Südrand des Berger Waldes, direkt unterhalb des dortigen Steilhanges Mauerreste im Boden. Auch die Erhöhungen, die sich wenige Meter östlich davon in der Wiese abzeichnen, dürften Gebäudereste verbergen. An der Hangseite zeugen ein in den Felsen gehauener Schürfgraben und die seitlichen Abraumhalden mit einem hohen Anteil von Quarzgestein von ehemaliger Bergbautätigkeit. Bei der kartographischen Erfassung der Region unter der Leitung des französischen Militärgeographen Oberst Jean Joseph Tranchot21 ließ der mit der Vermessung und Kartierung der Region beauftragte Hauptmann Pressat etwa 300 m talabwärts in die Karte den Vermerk Couvent de templiers ruinée (verfallenes Kloster der Templer) eintragen und zwei Gebäude ausweisen. Am Ende des 19. Jahrhunderts sollen an dieser Stelle noch bis zu zwei Meter hohe Wände aufgeragt haben. Bei den Arbeiten an der heutigen L 76 legte man um 1896/1897 zudem eine römische Wasserleitung frei. Die Mauern der Hofanlage wurden bereits damals angeschnitten und bei weiteren Straßenbauarbeiten 1914/1915 schließlich ganz eingerissen und für die Aufschüttung des Fahrbahndamms verwandt. Der Eintrag Tranchots stellt eine Verbindung zu dem bereits 1312 gewaltsam aufgehobenen Templerorden her, die sonst allerdings durch keinerlei Hinweise gestützt wird. Der Orden war 1119 gegründet worden und leitete seinen Namen vom Sitz seines Großmeisters im ehemaligen Tempelbezirk in Jerusalem her. Von 1191 bis 1291 war Akkon Hauptsitz der Kreuzfahrer. Die Ordensritter trugen einen weißen Mantel mit einem roten, achtspitzigen Kreuz. Seit 1139 unterstand der Orden allein dem Papst, war von allen Zehnten und Zöllen befreit und genoss nahezu völlige Unabhängigkeit. Vor allem in Frankreich war er reich begütert. Nach der Eroberung Akkons im Jahre 1291 gingen die Templer nach Zypern. Nachdem der Orden seine ursprüngliche Aufgabe verloren Jean Joseph Tranchot, geb. am 2.1. 1752 in Kœur-la-Petite/Maas, gest. am 30.4. 1815, Landvermesung seit 1774, seit 1801 als Chef des „Topographischen Büros“ mit der Kartierung der vier linksrheinischen Departements beauftragt. Sie war gezielt für die Kartierung möglicher Kriegsschauplätze eingerichtet worden. Die Arbeiten dauerten bis 1814. 1815 wurde das Kartenmaterial Preußen übergeben und fortgeführt von: Friedrich Karl Ferdinand Freiherr von Müffling, geb. am 15.6. 1775 in Halle, gest. am 16.1. 1851 in Erfurt, seit 1787 bei der preußischen Armee, seit 1796 an der Kartierung Nordwestdeutschlands beteiligt, verließ die Armee 1808 – 1813, 1824 Wiederaufnahme der Arbeiten, 1815 Verbindungsoffizier beim Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte und Gouverneur von Paris, seit 1816 wieder Vermessungsarbeiten, 1818 nahm er selbst an der Kartenaufnahme teil, seit 1820 Chef des Generalstabs der preußischen Armee. Gemälde von Julius Ludwig Sebbers (vor 1837) Deutsche Fotothek
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