Enges Tal und weite Welt

32 hatte, nutzte er seine Privilegien für wirtschaftliche Aktivitäten und Geldgeschäfte. Damit gelangte er vor allem in Spanien und Frankreich zu Reichtum und Einfluss. Nicht zuletzt deshalb kam es seit 1305 zur Verfolgung und Verbot. König Philipp IV. (der Schöne) klagte den Orden 1305 der Ketzerei und Unzucht an, ließ alle Templer verhaften und viele von ihnen verbrennen. Auf dem Konzil von Vienne (1311 – 1312) erreichte er die Verurteilung und Aufhebung des Ordens. Dessen Vermögen zog in Frankreich der König ein, in Deutschland übernahm es der Johanniterorden. Die nächstgelegene Niederlassung des Templerordens befand sich in Niederbreisig, Besitz lag in Boppard, Brohl und Hönningen.22 Die Templer gingen nach 1312 in den Johanniterorden auf, der sich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts in Adenau niedergelassen hatte.23 Von den Templern blieben nur Sagen, die etwa in der Zeit von 1450 bis 1600 aus dem romanischen Westen in die Landschaft von Mosel und Eifel vordrangen und dabei eigenständige Züge annahmen. Der Tempelherr wurde zum Raubritter, zur geheimnisumwitterten Gestalt. Tranchot und sein Ingenieurgeograph, Hauptmann Pressat, denen die Geschichte und die abenteuerlichen Legenden über den Orden bekannt gewesen sein müssen, haben bei diesem Karteneintrag offensichtlich eine bei den Einheimischen verbreitete Überlieferung ungeprüft übernommen. Die sagenhaften Berichte über die Templer waren vor allem im Moselraum und in der Eifel verbreitet und selbst im Sahrbachtal und seiner unmittelbaren Umgebung hat man im Boden gefundene Mauerreste mehrfach dem Orden zugeschrieben. Templer werden auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Illustration der anonymen Chronik, „Von der Schöpfung der Welt bis 1384“, Bibliothèque Municipale, Besançon. Französische Militärgeografen bei der Arbeit Lithographie: Antoine Charles Horace Vernet und Eugene Lami 1810, 1812.

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