324 Armee und brachte sie in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Viele Einwohner gaben auf, verließen die Siedlungen und ließen sich in anderen Teilen der Monarchie nieder. Über das Verhältnis der Siedler zur einheimischen Bevölkerung liegen keine Nachrichten vor. Im Zweiten Weltkrieg standen die Kolonisten aber offensichtlich mehrheitlich auf Seiten der deutschen Besatzer und wurden damit Ziel der Partisanen. Schon am Neujahrstag 1944 war das Kloster Maria Stern von ihnen eingenommen worden. Am 16. September 1944 fiel Banja Luka in ihre Hände. Die Kämpfe dauerten noch acht Tage an. Am 22. September 1944 kam der Befehl zur Aussiedlung. Nur wenige Familien blieben zurück. Sie kamen später, wie alle deutschen Kolonisten und die Patres und Brüder des Klosters Maria Stern, in Lager, die in Windthorst und Rudolfstal eingerichtet worden waren. Ein Eisenbahntransport mit Frauen und Kindern setzte sich am 27. September in Bewegung und erreichte zu Anfang Oktober Auffanglager in Sachsen und Schlesien. Eine Kolonne von 350 Wagen mit 1.000 Menschen und 700 Pferden machte sich am folgenden Tag auf den Weg. Von deutschen Polizeieinheiten begleitet, durchquerte der Treck Ungarn und kam am 17. Oktober in Klingenbach im österreichischen Burgenland und am 23. Oktober in Wien an. Von hier aus erfolgte die Verteilung der Flüchtlinge auf 40 Ortschaften des Bezirks Bruck an der Leitha in Niederösterreich. Die Angehörigen aus den Auffanglagern folgten bis Weihnachten 1944. Bei Kriegsende machte sich ein Großteil nach Oberösterreich auf, die meisten zogen weiter nach Bayern in die Gegend von Simbach und Altötting.576 Dagegen blieben vor allem Kolonisten aus Rudolfstal in Niederösterreich zurück. In den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts wanderten viele der Kolonisten in die USA, nach Kanada, Argentinien und Australien aus. Weniger spektakulär, aber von weit größerem Umfang war die Abwanderung in die aufstrebenden Industriezentren des Rheinisch-Westfälischen Raums. Zwischen 1840 und 1876 hatten bereits 60.000 Menschen die Eifel verlassen, von 1871 bis 1914 erfasste die Binnenwanderung 100.000 Menschen. Zwischen 1880 und 1890 erreichte die Bewegung ihren Höhepunkt, dann ebbte sie im Zuge einer Wirtschaftskrise im Rheinland und in Westfalen allmählich ab.577 Der Staat handelt Nach mehreren schlechten Ernten in den 1870er-Jahren und dem Hungerwinter von 1878/1879 hatte die Not bis 1882 katastrophale Ausmaße erreicht. Bereits im November dieses Jahres konnte die Hälfte der Bevölkerung ihren Lebensunterhalt nicht mehr aus eigenen Mitteln bestreiten und war ohne Saatgut für das kommende Jahr. Auch jetzt gewährte die Regierung Hilfeleistungen, in den staatlichen Behörden setzte sich zugleich aber die Erkenntnis durch, dass man der drohenden Entvölkerung auf Dauer mit gezielten Fördermaßnahmen begegnen musste. Zu diesem Zweck stellte der preußische Staat seither bestimmte jährliche Geldmittel im Eifelfond für die Verbesserung der Landwirtschaftsflächen (Melioration), für Ödlandaufforstungen, für die ersten Flurbereinigungen und andere Infrastrukturmaßnahmen
RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=