Enges Tal und weite Welt

329 Im Ahrtal fuhr eine Eisenbahn erstmals im Jahre 1880 von Remagen nach Ahrweiler. Seit 1886 führte die Strecke weiter nach Altenahr und erreichte 1888 Dümpelfeld und Adenau. Der Ahr folgte man 1912 aus militärischen Erwägungen zunächst von Dümpelfeld über Ahrdorf. Von hier aus führte die Strecke über Hillesheim, Jünkerath und Losheim auf die belgische Grenze zu. Eine Nebenstrecke verband Hillesheim und Gerolstein. Ein Jahr später erreichte die Ahrtalbahn Blankenheim. Bereits während des Ersten Weltkriegs wurde 1915 die im Jahr 1910 von Erdorf nach Bitburg geführte Bahnlinie über Wolsfeld und Irrel bis Igel erweitert. In allen Fällen entstand eine direkte Verbindung zur Strecke Köln-Trier. Große Bedeutung für die wirtschaftliche Erschließung des Sahrbachtals muss dem Bahnbetriebswerk Kreuzberg zugekommen sein. Entstanden war es 1918, noch während des Ersten Weltkriegs, in Verbindung mit den Plänen zu einer zweiten auf das Ahrtal zuführenden Strecke. Es blieb bis 1987 in Betrieb. Der Bahnhof wurde zum Umschlagplatz für den in den 20erJahren des 20. Jahrhunderts wieder aufgenommenen Bergbau. Der Fortschritt bleibt eine Schnecke In Köln wurden Fabriken, öffentliche Gebäude und Wohnhäuser bereits seit 1891 mit Strom versorgt. Die Stadt Rheinbach baute 1897 ein Elektrizitätswerk, Bonn folgte 1899. Das Sahrbachtal musste sich dagegen noch bis 1924 mit Kerzen und Petroleumlampen begnügen. Erst im Oktober 1924 führte die Bingener Firma „Rheinland“ ein Stromkabel nach Kirchsahr. Licht brannte erstmals am 3. Dezember 1924.582 Auf eine zentrale Wasserversorgung musste Kirchsahr bis in die 50er-Jahre des 20. Jahrhunderts warten. Winnen wurde erst 1974 angeschlossen. Das Abwassernetz entstand erst zu Anfang des neuen Jahrtausends. Verkehrswege im Ahrtal um 1953 V. Noth (Hrsg.), Der Bau-Künstler Herbert Noth. Berlin 2009.

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