Enges Tal und weite Welt

33 Im Kartenwerk Tranchots findet man den Eintrag Couvent de templiers ruinée noch ein weiteres Mal im Vischeltal und in der Form Tempel Hern Kloster Ruinée etwa 750 Meter ssw. von Hilterscheid.24 Der Orden hat aber zu keiner Zeit so viele Niederlassungen in der nördlichen Eifel unterhalten. Selbst wenn man die vielen Hinweise als Beleg für Höfe in klösterlichem Besitz versteht, ist ihre Zahl zu groß. Die Erklärung liefert der Moselraum mit seiner dichteren Überlieferung von Bodendenkmälern. Ausgrabungen an derart bezeichneten Orten gaben stets römische Ruinen frei.25 Meist waren es die Reste römischer Gutshöfe (villae rusticae). Ihr Ende kam mit dem Niedergang des Römischen Reiches. Ihre Besitzer fanden immer weniger Möglichkeiten, ihre Produkte in den großen Städten abzusetzen. Soweit sie nicht Opfer der fränkischen Kriegszüge geworden waren, wurden sie von ihren Besitzern aufgegeben. Diese zogen sich in die noch vom römischen Militär gehaltenen Provinzen zurück. Die Franken bevorzugten andere Formen ländlichen Wohnens und Wirtschaftens. Modell eines römischen Bauernhofs (villa rustica) Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg Foto: Wolfgang Sauber Zuletzt war die Stelle in den 50er und 60er Jahren von einem Mann bewohnt, den die älteren Bewohner des Sahrbachtals nur als Schwarzbrenner kannten. 1962 wurden an dieser Stelle römische Ziegel, rotgestrichener Wandverputz und Scherben des 2./3. Jhs. geborgen. Ähnliche Funde brachte auch die Freilegung der Fundamente im Mai 2005 zutage. Rekonstruktionszeichnung der römerzeitlichen Hofanlage am Entenbach Foto und Grafik: Andreas Schmickler

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