330 Preußen ist nicht genug Auf dem Weg zur Großmacht Den Befreiungskriegen der Jahre 1813 – 1815 war ein halbes Jahrhundert äußeren Friedens gefolgt. Die preußischen Könige hatten zunächst ihre Machtposition im Inneren gefestigt, Liberale und demokratische Tendenzen zurückgedrängt, Recht und Verfassung mit kleinen Kompromissen an das Großbürgertum ihren Belangen angepasst, zugleich aber auch günstige Bedingungen für Industrie und Handel geschaffen. Außenpolitische Aktivitäten beschränkten sich zunächst auf den beim Wiener Kongress 1815 gebildeten Deutschen Bund. Die Wiederherstellung der alten monarchischen Herrschaftsverhältnisse galt als das vorrangige Ziel der in diesem Staatenbund zusammengeschlossenen 35 Fürstentümer und vier freien Städte. Die vom Bürgertum erhoffte Schaffung einheitlicher Wirtschaftsverhältnisse gelang dagegen nicht. Der Entwicklung von Handel und Industrie stand vor allem die zollpolitische Zersplitterung entgegen. Aber gerade Preußen mit seinen 1815 gewonnenen großen, aber vom Kerngebiet räumlich getrennten Erwerbungen im Westen war an einem einheitlichen Wirtschafts-, Handels- und Verkehrsgebiet interessiert. Im Deutschen Zollverein von 1834 konnte Preußen eine Reihe deutscher Staaten (Baden, Bayern, Großherzogtum Hessen, Kurhessen, Nassau, Sachsen, Württemberg, Frankfurt und die thüringischen Kleinstaaten) für den Abbau von Handelshemmnissen gewinnen. Weiteren Zielen setzte der Streit um die Vorrangstellung im Bund zwischen Preußen und Österreich bald enge Grenzen. Die Gegensätze spitzten sich nach der Revolution von 1848/1849 zu. Preußen versuchte jetzt, die Vormachtstellung Österreichs durch Bündnisse mit deutschen Monarchen (Hannover, Sachsen) auszuhebeln. Anstelle der von der Frankfurter Nationalversammlung 1848 befürworteten „Großdeutschen Lösung“, die den überwiegenden Teil des deutschen Sprachraums erfasste, sollte ein „Kleindeutscher Staat“ ohne Österreich unter Führung Preußens treten. 1850 konnte sich Österreich, unter dem Druck Russlands, noch durchsetzen. Der Deutsche Krieg von 1866 Der Streit um die im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 von Preußen und Österreich noch gemeinsam gegenüber Dänemark behauptete Verwaltung über Schleswig-Holstein, führte 1866 zur offenen militärischen Auseinandersetzung. Österreich stand an der Spitze des Deutschen Bundesheeres, auf preußischer Seite standen zahlreiche norddeutsche Staaten, die Hansestädte, aber auch das Königreich Italien mit seinem Anspruch auf Venetien im Nordosten Italiens. Auf einem der Kriegsschauplätze in Böhmen, Franken, Hessen, Thüringen und Sachsen kämpften auch Martin Zavelberg und Mathias Krüger (Winnen). Sie kehrten unversehrt in ihre Heimat zurück. 1.929 preußische Soldaten und weitere 35.000 aus den Armeen der Alliierten und Italiens fielen. Die Verluste Österreichs und seiner Verbündeten lagen weit höher.
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