Enges Tal und weite Welt

340 die Soldaten aus den besetzten Gebieten auch durch das Sahrbachtal ins Reichsgebiet zurück. Tote und Vermisste des Ersten Weltkriegs der Gemeinde und Pfarrgemeinde Kirchsahr Name, Vorname geb. (Ort) gest. in: Löhndorf, Arnold 14.8. 1884 (Burgsahr) 26.10. 1914 (Frankreich) Weber, Mathias ca. 1878 (Binzenbach) 29.11. 1914 (Frankreich) Halberg, Peter 27.11. 1878 (Kirchsahr) 15.2. 1915 (Russland) Pauly, Josef 1894 (Plittersdorf) 7.3. 1915 (Frankreich) Zimmermann, Josef 13.10. 1883 (Binzenbach) 24.5. 1915 (Frankreich) Zavelberg, Karl 8.11. 1890 (Binzenbach) 15.8. 1915 (Russland) Bungart, Hubert 1891 (Binzenbach) 11.10. 1915 (Russland) Zavelberg, Johann ca. 1879 (Kirchsahr) 3.12. 1916 (Frankreich) Paffenholz, Anton 30.4. 1897 (Kirchsahr) 9.10. 1917 (Frankreich) Paffenholz, Hubert 27.7. 1899 (Kirchsahr) 17.10. 1917 (im Lazarett Ehrenbreitstein) Zavelberg, Anton ca. 1890 (Burgsahr) 16.7. 1918 (in Frankreich vermisst) Ginsterblum, Hubert 1882 (Hürnig) 13.8. 1918 (Franziskanerinnenhospital Bonn) Nolden, Johann 28.9. 1888 (Kirchsahr) 9.11. 1918 (in franz. Gefangenschaft) Zavelberg, Peter 27.5. 1899 (Binzenbach) 10.1. 1919 (in franz. Gefangenschaft) Während des Kriegs waren 9,34 Millionen Soldaten gefallen.588 7,87 Millionen Zivilisten starben durch Kriegshandlungen, Massaker, Epidemien oder Hunger. Etwa 21,4 Millionen Soldaten kehrten verwundet heim (4,23 Mill. Deutsche), viele von ihnen starben in den nächsten Jahren. Über 800.000 deutsche Soldaten waren in Kriegsgefangenschaft geraten. Bei Kriegsende waren acht Gemeindemitglieder bei Gefechten umgekommen, zwei in Lazaretten gestorben, einer galt als vermisst, neun waren in Gefangenschaft geraten. Johann Nolden und Peter Zavelberg aus Kirchsahr überlebten die Gefangenschaft in Frankreich nicht. Vier Gefangene wurden erst nach Abschluss des Versailler Vertrags im Januar 1920 entlassen. Die 1914 verbreitete Kriegsbegeisterung war vom überkommenen Bild eines offenen, ehrlichen Kampfs in offener Feldschlacht mit der Aussicht auf Abenteuer und Heldentum geprägt. In den Grabenkriegen hatten die Soldaten dagegen die Erfahrung machen müssen, einer entpersonalisierten Kriegsmaschinerie ausgeliefert zu sein. Unter dem Feuer der schweren Artillerie war ihnen nur das hilflose Abwarten auf eine nicht beeinflussbare Gewalt geblieben. Die Materialschlachten hatten bei ihnen Bilder schwerster Verletzungen und eines massenhaften Sterbens hinterlassen. In der Heimat waren die Erfahrungen nur schwer zu vermitteln. Vergessen und Verdrängen wurden zum Mittel der Bewältigung. Mit dem Zusammenbruch der Monarchie hatten die alten Autoritäten ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt. Das galt auch für die Kirche. Als der Pfarrer zum 1. Februar 1920 zu einer Dankandacht für die heimgekehrten Gefangenen einlud, kam niemand.589

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