Enges Tal und weite Welt

359 Orte und historische Stätten in der Nachbarschaft Krälingen606 Die Anfänge Krälingens dürften bis an die zweite Phase der fränkischen Besiedlung um 600 zurückreichen. Es wird im 9. Jahrhundert zur Villikation Vischel gehört haben.607 Als Lehen des Klosters Prüm kam der Ort später in den Besitz der Grafen von Are und ging 1180 in den Besitz des Erzbistums über. Jetzt gehörte er mit Berg, Häselingen, Vellen, dem Springhof, der Tungenburg, dem Hof Eitgenbach und Gut Weißerath zum Burglehen Vischel. Aus dem Burglehen entwickelte sich schließlich eine eigene Unterherrschaft. Anfang des 16. Jahrhunderts befand sich der Ort im Besitz der von Brück gen. Kessel, am Ende des 17. Jahrhunderts gelangte er durch Erbschaft an die hier wohl zuvor schon begüterte Familie von Meckenheim. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts war der Ort Besitz der Kölner Familie Herresdorf. Kreuzberg608 Bodenfunde belegen eine Besiedlung des Burgbergs bereits in römischer Zeit. Als Jahr der Ersterwähnung gilt 893, in dem das Prümer Urbar Cruceberhg erwähnt. Zu dieser Zeit besaß das Kloster hier einen kleinen Herrenhof mit 35 Joch Ackerfläche, 15 Joch Weiden und 1 Joch Weinberge. Zu ihm gehörten 5½ zu Frondiensten verpflichtete bäuerliche Hofstellen. Drei dieser Mansen gingen bereits um 963 in einem Tausch an die Vorfahren der späteren Grafen von Are über. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts erbaute der Ritter Cuno von Fischenich mit Genehmigung und Unterstützung seines Lehnsherrn, Erzbischof Walram (1332 – 1349), vermutlich anstelle einer älteren Anlage einen Neubau, den er 1343 als Altenahrer Burglehen empfing. Im Jahre 1377 umfasste das Lehen 18 Höfe in der Nähe von Kreuzberg und im nahe gelegenen Sahrbachtal, 22 Morgen Weingärten und 550 Morgen Wald. Die ältere Burg und die mit ihr an der Ahr errichtete Kapelle sind noch auf einer Zeichnung von R. Roidkin aus dem Jahre 1725 zu sehen. Der Bergfried war mit einem hohen Wohngebäude, dem Palas, verbunden. Ein zweites Gebäude stand östlich davon und trug auf seiner äußeren Ecke einen Wehrerker. Die Existenz von ehemals zwei Burghäusern dürfte in engem Zusammenhang mit der Teilung des Fischenicher Erbes zu Anfang des 15. Jahrhunderts stehen. Seither befand sich die Burg für 240 Jahre im Besitz verschiedener Familien, ehe sie 1659 wieder in die Hand einer Familie gelangte. Kreuzberg um 1725 Zeichnung von Renier Roidkin P. Clemen (Hrsg.), Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, 17, 1, Abb. 336.

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