Enges Tal und weite Welt

365 Thüringen errungen und am Mittelrhein das Zentrum seiner Herrschaft gebildet. Mit Konrad dem Jüngeren erlangte ein Familienmitglied 906 die Herzogswürde in Franken, 911 wurde er als Konrad I. sogar zum König des ostfränkischen Reichs gewählt. Enge verwandtschaftliche Beziehungen unterhielten die Konradiner zum zweiten großen mittelrheinischen Adelsgeschlecht der Salier, die in den mittelrheinischen Gauen ebenfalls zahlreiche Grafen stellten. Häufig trugen auch sie den Namen Konrad. Von den, in der Südpfalz und am Mittelrhein anzutreffenden Orten mit gleichem oder verwandtem Namen zeichnen sich nur zwei durch eine relative Nähe zu Bierstadt oder zu Worms, dem Ausstellungsort der Urkunde, aus. Ort Worms Bierstadt Ersterwähnung Plittersdorf, Lind 142 km 108 km Plittersdorf, Bonn 146 km 105 km 782: Blidersdorf (wü. bei Wolfers/St. Ingbert) 98 km 122 km vor 1564: Blidersdorf Plittersdorf, Rastatt 121 km 134 km 730/731: Plitheresdorphe 777: Blitharo villa Groß-/Kleinbliedersdorf 109 km 136 km 777: Blittharia villa Pleitersheim (Bad Kreuznach) 37 km 36 km um 776: Blithersheim Hochborn 16 km 40 km 762: Blatmarsheim, 788 Blatmarisheim, 789 Blittersheim Die Entfernungsangaben geben die Luftlinie wieder. Pleitersheim in der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach gehörte um 776 dem Kloster Lorsch.617 In dessen Besitz befand sich auch ein 40 km von Bierstadt entferntes Dorf, das die Lorscher Urkunden 782 Blatmarsheim, 788 Blatmarisheim, 789 Blittersheim, 1071 Blettenesheim, 1261 Bleidinsheim, 1348 Blendinsheim nennen.618 Anstelle des seit 1613/1631 belegten Namens Blödesheim trat 1971 der Name Hochborn. Eine eindeutige Zuordnung zum 927 erwähnten Blitgeresuuilre ist aber weiterhin nicht möglich. Plittersdorf war herrschaftlich mit Lind verbunden, gehörte aber seit alters her zur Pfarre Kirchsahr. Die Pfarre bestand schon 1105, Lind ist dagegen erst seit 1316 als Pfarrort nachgewiesen. Bei der Bildung der Pfarre Lind war Plittersdorf schon fester Teil der Pfarre Kirchsahr. Die Anfänge von Plittersdorf müssen demnach weit vor 1316 liegen. 1695 teilten sich die Inhaber der Wensburg und die Herren von Wolfskehl, die das Altenahrer Burglehen Effelsberg besaßen, den aus zehn Höfen bestehenden Ort. Die Untertanen des Hauses Wensberg waren in Kriegszeiten zu Wachdiensten auf der Burg verpflichtet. Die Gerichtsbarkeit nahm die Besitzer im Wechsel wahr. Hart getroffen wurde Plittersdorf 1790 von einem Feuer, das von einem Backofen auf den Ort übergegriffen und innerhalb einer Stunde acht Gebäude mit allem Inventar und den eingelagerten Vorräten zerstört hatte.619 Vellen620 Nach Ausweis der Tranchot-Karte und dem Urkataster von 1825 muss Vellen im Gegensatz zu heute mit vier weiteren Häusern am südlichen Ortsausgang, westlich der

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