Enges Tal und weite Welt

37 Palisade bildeten, die durch Brandeinwirkung zerstört wurde. Bei der Anlage dürfte es sich nach C. B. Rüger um eine Warte zur militärischen Beobachtung des Umlandes gehandelt haben. Die damals baumlose Anhöhe bot in jeder Richtung eine direkte Sichtverbindung zu allen Eifelbergen. In den Wäldern am Südwest-Hang des Hochthürmen sind frühgeschichtliche Feldanlagen zu erkennen. Am Osthang des Berges, der seit alters her „Heidengarten“ genannt wird, sind auf dem Gebiet der Gemeinde Berg gut erhaltene Reste eines römischen Gutshofesentdeckt worden. Nicht weit vom Hochthürmen entdeckte man 1938 auf einem kleinen Höhenrücken an der Straße zwischen Lanzerath und Eichen weitere Siedlungsspuren aus römischer Zeit. Der letzte Fund einer römischen Siedlung wurde 1983 bei der Anlage eines Maisfeldes nw. von Scheuern gemacht.29 Die Bevölkerung, die sich in der Zeit von etwa 100 bis 250 n. Chr. im Sahrbachtal und den benachbbarten Höhenzügen niederließ, dürfte germanisch gewesen sein. Die Siedler errichteten vereinzelte, kleine Hofstellen. Auch damals wird das Tal kaum Ackerbau zugelassen haben. Die Bauern werden vielmehr von Viehzucht zur Versorgung der großen Städte und Militärlager am Rhein gelebt haben. Sicherlich haben sie auch bereits die Erzlagerstätten erschlossen. Die Wachmannschaft auf dem Hochthürmen wird ebenfalls der ortsansässigen Bevölkerung angehört haben. Rekonstruktionsvorschlag der römerzeitlichen Befestigung auf dem Hochthürmen Grafik: Andreas Schmickler

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