Enges Tal und weite Welt

368 über. Im 15. Jahrhundert war die Tungenburg als Burglehen an die ritterbürtige Familie von Meckenheim vergeben. Um 1852 diente er als Forsthof, der von 30 Personen bewohnt wurde. Um 1875 wurde die Tungenburg aufgegeben. Geblieben ist der Flurnamen Am Tungenburger Heiligenhäuschen. Springer Mühle625 Etwa 700 m ssö. von Burg Vischel lag zwischen zwei Armen des Vischelbachs die Springer Mühle. Die Tranchot-Karte von 1809 bezeichnet diese Stelle als „Mühl“, das Urkataster von 1825 weist ein Gebäude aus. Gleich unterhalb der Burg ist noch heute der Mühlteich erhalten. Darunter liegt der in der Wiese noch sichtbare, 15 x 15 m große Mühlplatz mit einem dort befindlichen Stau, an dem früher ein oberschlächtiges Mühlrad lief. Die Mühle wurde um 1885 aufgegeben. Erhalten geblieben ist der Flurname „An der Mühle“. Springhof626 In die Zeit um 1885 fällt auch der Brand und die anschließende Aufgabe des etwa 750 m südöstlich von Vischel, auf der Ostseite des Tales gelegenen Springhofs (1825: „Spring“). Auf einem 20 x 50 m großen Plateau sind die Reste von Mauern und Kellergewölben zu erkennen. Die Tranchot-Karte von 1809 zeigt unter der Bezeichnung „Springhof“f einen Dreiseithof, der auch im Urkataster von 1825 und im Kataster von 1860 erscheint. Zur Hofstelle führt noch heute ein 100 m langer, von Kastanien gesäumter Wegdamm. Im Volksmund wurde die Anlage „Schlösschen“ genannt. Wensburg/Wensberg627 Über das genaue Alter der Burg liegen keine Nachrichten vor. Die Annahme, dass sie noch von den Grafen von Are oder den Grafen von Nürburg erbaut wurde, wird heute nicht mehr aufrechterhalten. Wahrscheinlich entstand sie am Ende des 13. oder zu Anfang des 14. Jahrhunderts zur Sicherung des Are-Hochstaden`schen Erbes an der Ahr gegen die Grafen von Jülich. Der älteste, noch indirekte Hinweis auf das Alter der Burg ist ein zugunsten der Burgkapelle ausgestellter päpstlicher Ablassbrief aus dem Jahr 1300. Die Kapelle war dem Hl. Georg geweiht. Er war besonders innerhalb der Ritterschaft ein gern gewählter Patron. Die Altersbestimmung bleibt allerdings noch unsicher, denn die ortsgeschichtliche Literatur nennt die Quelle nicht. Der Baubefund im älteren Teil der Umfassungsmauer weist allerdings in die gleiche Zeit. Die Mauer zeigt den bis ins 14. Jahrhundert gebräuchlichen Aufbau aus Basaltquadern im Wechsel mit Die Wensburg um 1725 Zeichnung von Renier Roidkin P. Clemen (Hrsg.), Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, 17, 1, Abb. 445.

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